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10.11.2014

Bildvortrag über Projektreise nach Peru und Bolivien

Dieter Heinen, fünf Jahre Mitglied im Stiftungsrat, und seine Partnerin Birgit Fecher berichteten in einem Bildvortrag in Miltenberg und Hösbach von ihrer Reise in Projekte der ERBACHER-STIFTUNG. Drei Wochen haben sie im vergangenen Herbst Peru und Bolivien bereist.

Dieter Heinen, fünf Jahre Mitglied im Stiftungsrat, und seine Partnerin Birgit Fecher berichteten in einem Bildvortrag in Miltenberg und Hösbach von ihrer Reise in Projekte der ERBACHER-STIFTUNG. Drei Wochen haben sie im vergangenen Herbst Peru und Bolivien bereist. Reisende Stiftungsratmitglieder machen sich vor Ort ein Bild von der Verwendung der Fördermittel. Zugleich eignen sich die Reisen, besondere Bedingungen des Lebens im Reiseland kennenzulernen, um verantwortungsvoll über die Vergabe der Fördergelder entscheiden zu können.

Dieter Heinen und Birgit Fecher besuchten ein von Caritas Internation umgesetztes Projekt, das zum Ziel hat, den Menschen statt illegalen Goldabbaus echte Perspektiven zu bieten. Die Goldschürfer leben oft im schlimmsten Elend. Die Umwelt ist durch Brandrodung zerstört, das Wasser von Quecksilber verseucht. Cesar Ascorra erklärt den Reisenden: „Zunehmend sind Bauern bereit, sich am Aufbau von Agroforstsystemen zu beteiligen. Das sind angelegte Pflanzungen von Ackerfrüchten und Bäumen, z.B. von Kakao, Bananen, Maniok und Nüssen. Auch der Wald wird aufgeforstet. Als Folge baut sich selbständig Humus auf, die Erträge steigen kontinuierlich. Die Bauern jedenfalls sind auch nach Jahren begeistert und wollen weitermachen.“ Gemeinsam mit Caritas International bauen sie nun eine Anlage zur Fermentation, Trocknung und Absackung ihrer Kakaobohnen. Außerdem beteiligen sie sich an einer Schokoladenfabrik, die aus ihren Bohnen fair gehandelte Bio-Schokolade herstellt.

Um ein zweites Projekt zu besuchen, mussten Dieter Heinen und Birgit Fecher zunächst einen Pass von 4.800 Metern Höhe überqueren. In Quebrada Honda liegen auf 1.100 m Höhe zwei Internate, je eins für Jungen und Mädchen, die sonst keinen Zugang zur Bildung hätten. Vormittags gehen die Kinder in die Schule, nachmittags arbeiten sie in der Internatslandwirtschaft eigenverantwortlich mit und verdienen so das Geld zum Unterhalt. Neben diversen Pflanzungen werden hier vor allem Apfelsinen kultiviert, im Internat zu Saft und Marmelade verarbeitet, abgefüllt und verkauft. Tierhaltung, z.B. von Kühen, Schweinen, Geflügel und Meerschweinchen, sichert eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung der Schüler.

In Bolivien besuchten Dieter Heinen und Birgit Fecher zwei weitere Vorhaben: Im Andenhochland kämpfen die Menschen mit Wassermangel. Teilweise regnet es nur in vier Monaten des Jahres und dann manchmal kaum mehr als 350mm. Starkregen, Hagel oder Schnee versickern aber selten im Boden, sondern reißen fruchtbare Erde mit sich. Misereor baut mit den dortigen Dorfgemeinschaften Wassersysteme auf. Die Hälfte der Kosten tragen die Bauern selbst. Die Erträge konnten in den letzten zwei Jahren bereits um über ein Viertel gesteigert werden. Trotzdem ist die Situation in den entlegensten Dörfern immer noch grenzwertig. Nur wenn die gute Entwicklung weiter voranschreitet, ist ein dauerhafter Fortbestand dieser Kulturen in diesen extremen Berglagen möglich. Es ist bemerkenswert, wie grün die Projektgebiete selbst in der Trockenzeit im Vergleich zu den anderen Berghängen sind. Ohne die notwendigen Maßnahmen würden diese Gebiete wüstes, totes Land. Besonders beeindruckte die Reisenden der Besuch bei einem Bauern, der auf seinen etwa 10 Hektar Land 78 verschiedene Nutzpflanzen anbaut, z.B. Bananen, Apfelsinen, Äpfel, Mais, Quinoa, Kartoffeln, Bohnen usw. Über ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem bekommen alle Pflanzen ihren Wasserbedarf. Gefragt, warum er so viele Pflanzen anbaue, antwortete er: „Weil es so schön ist.“

Dieter Heinen und Birgit Fecher sind froh, die Reise nach Bolivien und Peru unternommen zu haben. Faszinierend zeigten sich Peru und Bolivien und die unendlich erscheinenden Höhenzüge der Anden. Beglückend war, die vielen motivierten Menschen zu treffen, die trotz teilweise sehr widriger Umstände ihre Lage verbessern wollen und bereits verbessern konnten. „Hier fällt die Förderung der Stiftung auf fruchtbaren Boden.“