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19.10.2012

«Das Wichtigste ist Selbstachtung.» Pater Robert D'Costa SJ besucht Kleinheubach

Robert D’Costa, der das Watershed-Projekt der Jesuitenmission in Indien leitet, hat das Pilotprojekt der Erbacher-Stiftung in Pilate, Haiti, besucht. Auf seiner Heimreise berichtete er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firmen Josera und Erbacher in Kleinheubach von der Situation vor Ort.

Der indische Jesuit Pater Robert D’Costa, der das Watershed-Projekt der Jesuitenmission in Indien leitet, hat das Pilotprojekt der Erbacher-Stiftung in Pilate, Haiti, besucht. Auf seiner Heimreise berichtete er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firmen Josera und Erbacher in Kleinheubach von der Situation vor Ort.

Mit vielen Bildern vermittelte Pater Robert zunächst einen Gesamteindruck seiner Watershed-Arbeit in Indien und ging im zweiten Teil seines Vortrags auf die Situation der Menschen und den Stand des Watershed-Projekts in Haiti ein, wo über 1000 ha Land bearbeitet werden sollen. Seit zwei Jahren unterstützt die Erbacher-Stiftung dort die Bearbeitung der Böden nach der Watershed-Methode und fördert den engen Wissensaustausch zwischen Indien und Haiti.

„Die Bergbewohner sind interessiert und hoch motiviert, ihre Situation durch harte Arbeit zu verbessern“, resümiert D’Costa. Dabei ist die Lage der Menschen noch immer nicht einfach: „Es gibt keine Straßen, keine Brücken, keine Elektrizität. Überall liegt Müll, Recycling gibt es nicht.“ Mit qualifizierter Hilfe und dem nötigen Wissensinput, ist Pater Robert überzeugt, können die Menschen in Pilate ihre Situation wesentlich verändern. Unabdingbar für den Erfolg von jeder Entwicklungshilfe, so D’Costa, seien Transparenz und Aufrichtigkeit. „Deswegen ist es mein größtes Anliegen, den Menschen in Pilate eine Identität zu geben. Ihre Selbstachtung zu erhalten. Wo Menschen mit sich und ihren Zielen im Reinen sind, können sie viel erreichen.“ In Pilate konnten sich einige Familien bereits ein besseres Dach für ihre Hütte kaufen. Sie sehen den Sinn ihrer Arbeit und begreifen die Zusammenhänge der einzelnen Arbeitsschritte. Kosten für ein Medikament können bezahlt werden. Die Menschen können sich besser ernähren, weil sie eigene Ernteerträge haben und diese sogar auf dem Markt verkaufen können.

Pater Roberts Antwort auf die Frage nach dem Warum seiner Arbeit bewegt: „Natürlich geht es darum, die Landschaft zum Grünen zu bringen“, so D’Costa, „meine Mission ist aber nicht die bloße Verbreitung von Watershed. Es geht um Wichtigeres: Als Geschöpfe Gottes dürfen wir Selbstachtung haben. An dem Tag, an dem Menschen ihre Selbstachtung verlieren, verlieren sie alles. Anders herum gilt: Wer seine Selbstachtung bewahrt, kann nie alles verlieren. Das ist es, was ich den Menschen in Haiti zuerst sage.“ Es ist deutlich zu sehen, dass Pater Robert der Erfolg des Watershed-Projekts mit großer Freude erfüllt: „Wir Menschen gestalten und schaffen täglich unsere Welt neu. Ich bin glücklich mit dem, was ich täglich tue und überaus zufrieden.“