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11.07.2013

Ein MAZ-Jahr und seine Folgen. Tafita besucht ERBACHER-STIFTUNG in Kleinheubach

Tafita heißt eigentlich Bertrand Oglivie Tafitasoa. Gerade ist er für vier Wochen in Deutschland. Die Erbacher-Stiftung ermöglicht ihm die Teilnahme am Internationalen Seminar für Führungskräfte aus dem ländlichen Raum. Es wird vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum 36. Mal angeboten. Auf seiner Reise dorthin besucht Tafita die Erbacher-Stiftung und erzählt:

v.l.n.r.: Sr. Georgine (die für ein Jahr in Hardehausen lebt), Dagmar Feldmann und Tafita mit Andrea Rudolf und Anna Salmen-Legler von der ERBACHER-STIFTUNG

Tafita heißt eigentlich Bertrand Oglivie Tafitasoa. Gerade ist er für vier Wochen in Deutschland. Die ERBACHER-STIFTUNG ermöglicht ihm die Teilnahme am Internationalen Seminar für Führungskräfte aus dem ländlichen Raum. Dieses Seminar wird vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum 36. Mal angeboten. Auf seinem Weg dorthin besucht Tafita die ERBACHER-STIFTUNG in Kleinheubach und erzählt seine Geschichte:

2010 kam Tafita als Missionar auf Zeit (MAZ) nach Deutschland. Er verbrachte ein Jahr auf dem Jugendbauerhof in Hardehausen. In dieser Zeit lernte er die Agraringenieurin Dagmar Feldmann kennen. Tafita lernte in seinem Jahr nicht nur sehr erfolgreich Deutsch, er eignete sich vor allem sehr viel wertvolles Wissen über landwirtschaftliche Verfahren an. Nach seinem MAZ-Jahr war klar: Dieses Wissen wollte Tafita in Madagaskar anwenden.

Dagmar Feldmann und ihr Mann bewirtschaften einen großen landwirtschaftlichen Betrieb in Nordrhein-Westfalen. Sie verstehen Tafitas Anliegen nur zu gut. Durch einen glücklichen Zufall können sie Tafita mit dem Bischof der madagassischen Diözese Farafangana, Monsigneur Marc Benjamin Ramaroson, bekannt machen. Er startet gerade das Projekt „Grüne Diözese“, das inzwischen bereits drei weitere Diözesen begonnen haben. Tafita ist der richtige Mann für den Bischof. Tafita hat Wissen, Visionen und Engagement. Er möchte anpacken und etwas bewegen, Leben in seiner Heimat lebenswerter machen. Das Beste: Er weiß, dass das auch schon mit kleinen Schritten möglich ist.

Die Grüne Diözese pflanzt Bäume. Inzwischen über 20 Baumsorten. In 13 von 19 Distrikten der Diözese arbeiten sogenannte Promoters. Sie animieren die Menschen, bei dem Projekt mitzumachen: Pflanzt Bäume, damit sich eure Zukunft verbessert. Stoppt Buschfeuer, die eure Felder zerstören, und das Abholzen der Wälder, die doch eure Zukunft sind. Die Menschen machen mit – eine ungeheure Leistung, denn das Gebiet der Diözese Farafangana ist groß. Tafita, der meist bei den Menschen unterwegs ist, legt täglich bis zu 160 km zurück. Fährt durch Schlamm und Matsch, die Wege sind schlecht. Die Menschen pflanzen Bäume – als Tagesaktionen. Oder mit den Firmlingen oder Erstkommunionkindern. Abends gibt es für die ehrenamtliche Arbeit ein gemeinsames Essen, bei dem alle satt werden. Und Interessierte bekommen Saatgut, um eigenes Gemüse anbauen zu können. Auch der Bischof und die Priester machen mit – ihr Vorbild zählt und schafft Vertrauen.

Der Bischof und Tafita wissen aber auch, dass die Menschen in Madagaskar im Heute leben. Von ihren gepflanzten Bäumen profitieren sie vielleicht in 20 Jahren. Das reicht nicht aus. Deswegen baut Tafita eine Demofarm, pflanzt viele verschiedene Gemüsesorten an und vermittelt den Katechten des Bistums sein Wissen. Diese nehmen es mit in die Dörfer, zeigen den Menschen, wie sie Gemüse und Obst anbauen und eigenes Saatgut herstellen können.

Ein MAZ-Jahr und seine Folgen. Inzwischen ist die erste MAZlerin aus der Diözese Paderborn in der Grünen Diözese und arbeitet auf der Demofarm Beaucamp mit. Im Herbst, wenn sie zurückkehrt, fliegen zwei neue MAZler nach Madagaskar.

Währenddessen setzt sich Dagmar Feldmann von Deutschland aus für Tafita und die Grüne Diözese ein. Im Februar war sie dort, um sich ein Bild zu machen, wie am besten geholfen werden kann. Und Dagmar Feldmann recherchiert. Durch sie weiß Tafita nun, dass Madagassen Vorreiter im Reisanbau nach der erfolgreichen SRI-Methode sind. Frau Feldmann fand diese Information im Internet, jetzt weiß sie auch der 29-jährige Tafita, und er macht sich mit Tatkraft ans Werk.

Mehr über Tafita, seine Heimat und seine Projekte finden Sie hier.

Vom 23.-25. August bietet Dipl.-Ing. agr. Dagmar Feldmann in dem Christlichen Bildungswerk Die Hegge ein Entwicklungspolitisches Seminar mit dem Schwerpunkt Madagaskar an. An ihm werden auch Tafita und die bis dahin zurückgekehrte MAZlerin aus dem BIstum Paderborn teilnehmen. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Bildungswerkes: www.die-hegge.de