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02.12.2013

Mein Name ist Mafuto – das heißt «Problem»

Im Juli 2013 startete die Welthungerhilfe – mit finanzieller Unterstützung der Erbacher Stiftung – ein 18 monatiges Projekt zur Unterstützung von Waisenkindern an der Mbira Grundschule in Malawi. Die Partnerorganisation RESCOPE implementiert das Vorhaben und möchte im Land die Ernährungssituation von Schulkindern im südlichen und östlichen Afrika durch ökologisch angelegte Schul- und Hausgärten zu verbessern.

Mafuto

Mafitos Gartenbeet

Der temporäre Zaun begrenzt den Garten.

Wasserpumpe

Im Juli 2013 startete die Welthungerhilfe – mit finanzieller Unterstützung der Erbacher Stiftung – ein 18 monatiges Projekt zur Unterstützung von Waisenkindern an der Mbira Grundschule in Malawi. Die Partnerorganisation RESCOPE implementiert das Vorhaben und möchte im Land die Ernährungssituation von Schulkindern im südlichen und östlichen Afrika durch ökologisch angelegte Schul- und Hausgärten verbessern.

Die Mbira Grundschule

Die Mbira Grundschule liegt ca 30 km nördlich der Stadt Blantyre und 3 Kilometer abseits der Hauptverkehrsstraße, die zur Hauptstadt Lilongwe führt. Die Schule wurde 1995 mit lokalen Materialien (Äste und Gras) errichtet, im Jahr 2000 wurden 2 Schulgebäude und ein Wohnhaus für Lehrer aus festen Materialien (Mauersteinen und Wellblechdach) hinzugefügt. In den nächsten Jahren entstanden zwei weitere Wohnhäuser für Lehrer sowie drei Toilettengebäude.

Schule für Waisen

In Mbira werden zurzeit die Klassen 1 bis 8 von 7 Lehrern und 11 Lehramtsstudenten unterrichtet. Der Einzugsbereich der Schule umfasst 5 umliegende Dörfer, das Weiteste ist ca. 4 km entfernt. Die derzeit 615 Schülerinnen und Schüler sind zwischen 6 und 17 Jahren alt; viele sind Halb- oder Vollwaisen. Sie leben mit nur einem Elternteil (meistens der Mutter), oder als Vollwaise mit der Großmutter, mit einem älteren Geschwisterteil oder entfernteren Verwandten zusammen.

Mangelernährung

Die Schule verfügt heute über insgesamt 2 gemauerte Schulgebäude, die vier Klassenräume und einen kleinen Raum für den Direktor beherbergen und sechs Klassenräumen aus lokalen Materialien. Ein weiterer Klassenraum aus Ästen und Gras wird zurzeit von den Eltern der Schüler errichtet, damit in der sich nähernden Regenzeit alle SchülerInnen ein Dach über dem Kopf haben. Die meisten Kinder an der Mbira Grundschule gehen morgens ohne Frühstück zur Schule und nehmen erst am späten Nachmittag die oft einzige Mahlzeit – bestehend aus Maisbrei und einer aus Kürbisblättern zubereiteten Soße – ein. Mais ist die Hauptnahrung im südlichen und östlichen Afrika, und so auch in Malawi. Es füllt den Bauch (Kalorien), ist aber arm an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Die fatalen Auswirkungen dieser Essgewohnheiten resultieren in Entwicklungsstörungen der Schüler. Ein Mangel an ausgewogener Ernährung hat auch zur Folge, dass viele Kinder vorzeitig die Schule abbrechen.

Trainings in ökologischem Landbau

RESCOPE möchte den Kindern die Möglichkeit geben, unter Anleitung Schulgärten und Hausgärten mit einer Vielfalt von nährstoff- und vitaminreichem Gemüse sowie Obst zu errichten. Hierzu wurde in einem ersten Training mit einer Gruppe von 26 Teilnehmern (bestehend aus Schülern, Lehrern, Elternvertretern und Farmern aus der Umgebung) das Schulgelände neu geplant. Vorab gab es theoretischen Unterricht darüber, was in unserem Körper passiert, wenn wir Nahrung zu uns nehmen, wie man eine Baumschule und einen Garten plant und erstellt, welche Nahrungsmittel zu welchen Jahreszeiten angebaut werden können und wie man ökologischen Dünger zubereitet. Im Anschluss bauten die Teilnehmern auf dem Schulhof ein Modell, das das Schulgelände der Zukunft zeigte.

Mafuto

In einem zweiten Training ging es zu 5 von den 11 teilnehmenden Waisenkindern nach Hause. Einer der eifrigsten Teilnehmer war Mafuto Moyenda, ein 14-jähiger Junge. “Mafuto” ist Chichewa (lokale Sprache in großen Teilen Malawis) und heißt übersetzt “Problem”. Die Eltern des Jungen starben beide kurz nach seiner Geburt und seither lebt er bei seiner Großmutter. Nach der Schule hilft er seiner Großmutter bei der Bestellung eines Maisfeldes, es gibt auch ein paar Hühner und einen Mangobaum auf dem Grundstück. Mafuto hatte sich während des Trainings entschieden, dass er gerne ein Spiralgemüsebeet in der Nähe seines Hauses hätte. Das Beet wurde nun schon angelegt und mit den ersten Regentropfen, die Ende Oktober erwartet werden, werden hier die ersten Samen ausgesät.

Schulgarten und Baumschule

Eltern haben Material für den temporären Zaun gesammelt, der den Schulgarten und die Baumschule umgeben soll.. Dieser soll Ziegen, Schweine und Hühner davon abhalten, in dem Garten zu wüten. Der temporäre Zaun wird mit der Zeit durch eine Hecke ersetzt, deren Setzlinge schon in den Boden gepflanzt wurden. Die Pumpe, die einzige Wasserquelle für die Schule, wurde zwischenzeitlich schon von der Schulbehörde repariert. Das so eingesparte Geld kann nun dafür verwendet werden, Auffangbehälter für Regenwasser zu bauen.

Weitere praktische Trainings sind geplant, wenn Ende des Monats Oktober die Regenzeit einsetzt. In der Zwischenzeit wurden die Schüler angehalten, Samen und Setzlinge zu sammeln und mit in die Schule zu bringen. Zusätzlich wird das Projekt noch einige zusätzliche Samen und vor allem Gartengeräte bereit stellen.

Zikomo – Danke!