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12.07.2011

Sonnenblumenöl-Projekt in Tansania

Zwei neue Häuser für die beiden Ölpressen nahezu fertig gestellt

Sergius Msanga zu Besuch in Lupanga. Beginn der Ölproduktion für September 2011 geplant

Für vier Wochen reiste Sergius Msanga, Initiator des landwirtschaftlichen Projekts in Lupanga (Tansania), Ende Mai zusammen mit seiner Frau Sabine und Tochter Amélie in seine Heimat. Mit Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG werden dort zur Zeit zwei Häuser gebaut, die Ende Juli fertig gestellt sein sollen. In den Gebäuden wird jeweils eine Presse aufgestellt, mit deren Hilfe aus kurz getrockneten Sonnenblumenkernen Öl hergestellt wird.

Zwei neue Häuser für die beiden Ölpressen nahezu fertig gestellt
Sergius Msanga zu Besuch in Lupanga. Beginn der Ölproduktion für September 2011 geplant

Für vier Wochen reiste Sergius Msanga, Initiator des landwirtschaftlichen Projekts in Lupanga (Tansania), Ende Mai zusammen mit seiner Frau Sabine und Tochter Amélie in seine Heimat. Mit Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG werden dort zur Zeit zwei Häuser gebaut, die Ende Juli fertig gestellt sein sollen. In den Gebäuden wird jeweils eine Presse aufgestellt, mit deren Hilfe aus kurz getrockneten Sonnenblumenkernen Öl hergestellt wird.

„Viele der in der Region Lupanga ansässigen kleinen Bauern ernähren ihre Familien bislang nur von den Erzeugnissen aus der Landwirtschaft“, erklärt Sergius Msanga. „Unterstützt durch die ERBACHER-STIFTUNG möchten wir eine Möglichkeit schaffen, ein Produkt wie das Sonnenblumenöl auf den Märkten der Region zu verkaufen.“ Die Nachfrage scheint hoch zu sein, denn derzeit ist Öl sehr teuer und ein paar Anbieter mehr würden die Familien der Region spürbar entlasten. Außerdem haben die ca. 170 kleinen Bauern durch den Anbau von Sonnenblumen und den Verkauf der Kerne für die beiden großen Pressen eine akzeptable Einnahmequelle.

Keine willkürlichen Preise

„Gemüse und Obst lässt sich auf den Märkten leider nur schwer verkaufen und ist leicht verderblich“, meint Msanga. „Aus 20 Kilogramm Kernen können wir mindestens 2 Liter Öl herstellen, das recht lange haltbar ist, und bekommen dafür umgerechnet knapp 5 Euro. Das ist für die Leute hier sehr viel Geld.“ Man müsse noch einen Weg finden, so der Projektleiter weiter, die Anbieter gerecht zu bezahlen. Die Preise dürften nicht willkürlich sein. Zum Projektstart hatten die beteiligten Bauern die Sonnenblumensamen noch geschenkt bekommen. Das soll sich nun ändern, denn wenn die Ölproduktion im September beginnt, ist damit eine Erwerbsgrundlage für die kleinen Bauern gelegt und sie müssen mit den eingenommenen Geldern haushalten. Ein positiver Nebeneffekt ist auch die Tatsache, dass die recht weit verstreuten Bauern zum Verkauf der Sonnenblumenkerne nach Lupanga kommen müssen und dadurch eine bessere Kommunikation untereinander erreicht wird.

Auf Hygiene beim Pressen achten
Während seiner Reise war Msanga häufig mit dem Motorrad unterwegs, um weiter entfernte Bauern zu besuchen und deren Sonnenblumenfelder zu begutachten. Er stellte fest, dass die meisten Felder sehr gut bestellt seien. Nur in wenigen Fällen gäbe es Probleme mit Parasitenbefall. Mit dem Auto, dessen Miete ohnehin sehr teuer sei, so Msanga, wäre es kaum möglich gewesen, die Bauern auf zum Teil nur über Trampelpfaden erreichbaren Wegen zu besuchen. Zusammen mit seiner Familie, mit der er inzwischen schon seit einigen Jahren in Mömlingen lebt, fuhr er mit einem Mietwagen zu einem bereits laufenden Sonnenblumenöl-Projekt in einem anderen Teil des Landes. „Wir waren zunächst etwas geschockt von den hygienischen Bedingungen dort“, erzählt Sabine Msanga. Auf die Einhaltung der Hygienevorschriften müsse beim Betreiben der beiden Pressen in Lupanga auf jeden Fall strikt geachtet werden.
 
Der Vorteil dort sei das heiße Klima, das offenbar bestens für den Anbau der Sonnblumen geeignet sei. Wenn die Felder gepflegt seien, so die Deutsche, dann stimme auch der Ernteertrag. Mit der Fertigstellung der Häuser muss sich der Bautrupp aus dem Dorf beeilen, denn die Bauern beginnen bereits mit der Ernte und Trocknung der Sonnenblumen. Im Oktober fängt die nächste Regenzeit an und dann müssen alle Felder abgeerntet und die Pressen in vollem Einsatz sein. „Klar geht alles immer ein wenig schneller, wenn wir vor Ort sind“, fügt Msanga hinzu, aber die Menschen sehen jetzt, dass wirklich etwas passiert und das motiviert viele, selbst Sonnenblumen anzubauen. „Mit den Handwerkern haben wir einen Vertrag gemacht, dass sie weniger Geld bekommen, wenn sich der Bau allzu lang verzögert und das scheint der richtige Weg zu sein. Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts“, freut sich der Initiator.