Obstbäume für Lubefu

Im Kongo sind die Menschen arm. Die Lebenserwartung der Menschen liegt bei nur 48,4 Jahren, die Kindersterblichkeit bei 20%. Die Menschen sind zu arm, um ihre Feldfrüchte, etwa Maniok und Reis, durch andere Nahrungsmittel zu ergänzen. Es fehlt an dem Bewusstsein, dass Ernährung und Gesundheitssituation zusammenhängen.

Ein immenses landwirtschaftliches und menschliches Potential ist in Lubefu vorhanden. Fruchtbares Land und Wasser stehen reichlich zur Verfügung. Eine Investitionen in kleinbäuerliche und nachhaltige, klimaangepasste Landwirtschaft ist bei gleichzeitiger Aufklärung der Bevölkerung sehr aussichtsreich.

Zwei Ansatzpunkte

Das Projekt besteht aus einem eher theoretischen und einem praktischen Teil:

Zwei Einrichtungen werden als Ausbildungsort für Multiplikator/-innen genutzt: Am Lycée Lodiamena, das von Franziskanerinnen geleitet wird, wurde 2012 die neue Fachrichtung „Ernährungslehre“ eingeführt.Junge Menschen erhalten qualifizierten Unterricht, wie sich eine gesunde Ernährung auf ihre und die Gesundheit ihrer Familien auswirken kann. Außerdem verfügt das örtliche Krankenhaus über ein Ernährungszentrum. Das Personal gibt seine Kenntnisse an Patienten und Eltern weiter, die von ernährungsbedingten Krankheiten betroffen sind.

Der praktische Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Anbau von Obstbäumen. Deren Auswahl orientiert sich an den lokalen Bedingungen. Benachteiligte Personen können sich Kenntnisse im Obstanbau aneignen, die ihnen helfen, sich eine Existenzgrundlage aufzubauen. Der Garten dient zur Demonstration für die Bevölkerung und als Lieferant von Setzlingen. Ernährungs-Know-How wird an die Bevölkerung in entlegenen Dörfern vermittelt durch Multipliator/-innen vor Ort und die Ausstrahlung von Radiosendungen.

Der Vergleich

KongoDeutschland
Lebenserwartung57,3 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
98,84
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahrek.A.k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)12,2234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013

Entwicklung des Projektes

29.10.2014: Stiftungsrat beschließt weitere Förderung des Vorhabens

Der Stiftungsrat beschließt, die Vorhaben des Partnerschaftsvereins Lubefu im Kongo weiterhin finanziell zu unterstützen. Geplant ist der Aufbau einer Kaninchenzucht. Sie soll Teil eines landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums werden, das derzeit in Planung ist. Von der Kaninchenzucht profitieren in der ersten Projektphase 100 Haushalte. Diese nehmen an einer entsprechenden Ausbildung teil, weisen nach, dass sie einen geeigneten Stall zur Verfügung haben und verpflichten sich, nach einer bestimmten Zeit drei Kaninchen an die örtliche Partnerorganisation zurückzugeben. Ziel der Zucht ist eine verbesserte Ernährungssituation der Familien und der Schutz der Wildtiere, die mangels Alternativen als Einkommens- und Nahrungsquelle dienen. Die Ausscheidungen der Tiere werden außerdem als Dünger im Hausgarten verwendet. Die Tiere selbst können auch verkauft werden, so dass sich die wirtschaftliche Situation der Menschen verbessern wird.

17.09.2013: Ursula Kölbel von Lubefu im Kongo

Ursula Kölbel von unserem Partnerverein Lubefu e.V. hat die Menschen im Kongo besucht. Sie nahm an der Ausbildung der landwirtschaftlichen Multiplikatoren teil und berichtete der Erbacher-Stiftung von ihren Erlebnissen.