Agroforstwirtschaft im Departement Téra

Obwohl das Déparment Téra relativ nahe an der Hauptstadt Niamey des Landes liegt, ist die Region weitgehend isoliert. Aufgrund eines rasantes Bevölkerungswachstums in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Hungerkrisen. Die Böden sind gerodet und infolge von Übernutzung ausgelaugt und erodiert.

Landwirtschaftliche Techniken

Kombinierte Anbau- und Nutzungstechniken, die in anderen Teilen des Landes inzwischen erfolgreich umgesetzt werden, sind im Departement Téra nicht bekannt.Schulungen und Austauschreisen in benachbarte Regionen sensibilisieren die Menschen für Techniken des Erosionsschutzes, Wiedergewinnung verkrusteter Böden, Aufforstung, Ausweitung des bewässerten Landbaus, Biodiversität und alternative Einkommensquellen. Die Grundwerte Gleichheit, Geschlechtergerechtigkeit, Beteiligung der Bevölkerung und nachhaltiges Management sind den Projektverantwortlichen sehr wichtig.

Etwa 400 Menschen beteiligen sich mit ihren Familien als Pilotgruppe an dem Vorhaben und werden als Multiplikatoren ihr Wissen in der Region weitergeben.

Das Projekt

LandNiger
PartnerEIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V.
Zielgruppe400 Bäuerinnen und Bauern mit ihren Familien, die als Mutliplikatoren, als sogenannte „drivers of change“ die neuen agroforstwirtschaftlichen Ansätze anwenden, demonstrieren und verbreiten

Der Vergleich

NigerDeutschland
Lebenserwartung57 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
1134
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre15 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)14234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013

Entwicklung des Projektes

29.10.2014: Stiftungsrat beschließt weitere Förderung des Pilotvorhabens in Téra

Der Stiftungsrat beschließt die weitere Förderung des Pilotvorhabens in Téra. Mit Unterstützung des örtlichen Partners ADROC übernehmen die Menschen, ca. 150 Familien, das Pflanzen und die Pflege der Bäume und den Bau der Anlagen als Erosionsschutz. Die Teilnehmer des Projekts geben ihr Wissen als Multiplikatoren weiter. Die Agroforstwirtschaft verbessert die Böden. Die Bäume liefern Futtermittel, Dünger, Holz und Früchte. Das Mikroklima bei der Anpflanzung der richtigen Bäume verbessert sich. Die Projektteilnehmer nehmen die verbesserte Bodenfruchtbarkeit und die Möglichkeit, höhere Einkommen durch Verkauf der Ernte zu erzielen, als Möglichkeit zur Ernährungssicherung ihrer Familien wahr.