Landwirtschaftliches Schulungsprojekt

In der Region Edo in Nigeria sind viele Bauern sehr arm. Ihre landwirtschaftlichen Kleinbetriebe bringen kaum den nötigen Ertrag, um ihre Familien zu ernähren. Ein regelmäßiges Einkommen fehlt. Viele Menschen sind Analphabeten. Die Menschen fliehen vom Land und suchen in den Großstädten vergebens ihr Glück.

In Zusammenarbeit mit der nigerianischen Stiftung Lift Above Poverty Organization (LAPO) setzt sich die deutsche Stiftung AFOS für die Verbesserung der Lebensumstände in Edo ein. Darauf wurde die Erbacher-Stiftung aufmerksam. Ein landwirtschaftliches Schulungsprojekt soll den Kleinbauern ermöglichen, Grundlagen des ökonomisch sinnvollen und nachhaltigen Landwirtschaftens zu erlernen und in ihren Kleinbetrieben anzuwenden.

Schulungen: Hilfe zur Selbsthilfe

Unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten und mit Hilfe diverser Fördermittel ist ein Trainingskonzept für die Schulungen entwickelt worden, das nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ aufgebaut ist. Die ERBACHER-STIFTUNG finanziert die Umsetzung der Pilot-Workshops und ermöglicht 11 Schulungen für jeweils 25 Teilnehmer.

Die Durchführung der Schulungen liegt in der Verantwortung der Agricultural and Rural Development Initiative (LARDI), die die Situation der Bauern in Nigeria kennt. So ist es möglich, die Schulungen auf die Bedürfnisse der Menschen abzustimmen und sie ihrem Kenntnis- und Bildungsstand entsprechend durchzuführen. Ziel der Schulungen ist es, den 275 Bauern mit ihren Familien und Dorfgemeinschaften konkretes Basiswissen zu vermitteln. So können sie stabile und höhere Erträge erwirtschaften, verbessern ihre Ernährung und sichern sich ein überlebensfähiges Einkommen. Sie lernen, ihre Ressourcen besser zu nutzen und ihre Geschäftstätigkeit auszuweiten.

Überwiegend Frauen nehmen an den Schulungen teil. Sie alle sind Mitglieder in LARDI-Kreditgruppen aus der Region Edo und haben bereits landwirtschaftliche Kredite erhalten. Sie betreiben teilweise Ackerbau, teils Nutztierhaltung oder sind in der Tierernährung, in der landwirtschaftlichen Verarbeitung oder in der logistischen Lieferkette engagiert. LARDI bietet den Schulungsteilnehmern individuelle Beratungen und maßgeschneiderte Kreditangebote zum Kauf von Saatgut und Ausrüstungsinvestitionen bzw. Geräten an und organisiert den regelmäßigen Austausch der Bauern hinsichtlich Anbau, Weiterverarbeitung und Vermarktung. Es wird darauf geachtet, dass sich die Landwirte nicht übernehmen und dass sie nicht in Abhängigkeit oder gar in die Schuldenfalle geraten.

Mehr Wissen – mehr Zukunft

Die Teilnehmer der Workshops geben ihr Wissen an andere Bauern in den Dorfgemeinschaften weiter. Mehr Wissen bedeutet für die Menschen mehr Zukunft, bedeutet Sicherheit, Bildung und höherer Lebensstandard. Das schafft Arbeitsplätze und wirkt der massiven Landflucht der Jugendlichen in Edo entgegen.

Bernhard Vester, seit über vier Jahren Berater von LAPO, reist mehrmals jährlich nach Nigeria, um die Projektfortschritte zu kontrollieren. Er beobachtet seit Jahren die LARDI-Projekte einschließlich des Aufbaus eines Demo- und Schulungscenters in Edo unter Leitung des nigerianischen Agraringenieurs Andrew Udah.

Das Projekt

LandNigeria
PartnerLift Above Poverty Organization (LAPO)
ZielgruppeKleinbetriebe, Bauern und ihre Familien in der Region Edo

Der Vergleich

NigeriaDeutschland
Lebenserwartung51,8 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
124,14
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre61,3 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)178,3234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013