Getreidemühlenhaus

Lebensmittel sind im Senegal knapp. ¾ des Reis-Bedarfs importiert der Staat beispielsweise aus Asien. Die bisherigen Subventionen der Regierung sind eingestellt worden, die Nahrungsmittel somit für die Bevölkerung teurer. Das trifft vor allem Frauen und Kinder hart, da diese nur sehr schwer Geld erwirtschaften können.

Das Projekt in Thies bietet der Bevölkerung eine Alternative zu den sehr teuren Importprodukten auf dem Lebensmittelmarkt. Und es setzt sich für unterdrückte Frauen ein.

Die ERBACHER-STIFTUNG unterstützt den Bau eines Getreidemühlen-Hauses. Zehn Frauen werden an den erworbenen Geräten geschult. Sie produzieren durch Getreidezerkleinerung Gries, Couscous und Erdnussbutter, die sie dann verkaufen. Die Nachfrage auf dem lokalen Markt ist groß, denn die Produkte sind preisgünstiger als andere Lebensmittel. Solartechnologie ermöglicht es, die Produktionskosten zu senken.

4200 Frauen aus 24 Dörfern können außerdem nach Fertigstellung des Getreidehauses dort Hirse mahlen lassen. Der Erlös des Getreidehauses ernährt die zehn Frauen und ihre Familien und wird in das Projekt reinvestiert. Da die Partnerorganisation des Projekts vor Ort (Bokk Xalaat) gemeinnützig ist, wird der Überschuss gespendet. Er geht an Schulen und ermöglicht den Kauf von Materialien (Heften, Stiften), denn bisher werden vor allem viele Mädchen aus Kostengründen nicht zur Schule geschickt.

Es ist auch vorgesehen, dass das Getreidemühlen-Haus in Zukunft junge Frauen als Auszubildende aufnimmt. So ist der Wissenstransfer gewährleistet.

Das Projekt

LandSenegal
PartnerEspoir e.V.
Zielgruppe

10 Frauen (sichere Einnahmequelle);

Verbesserung der Ernährungssituation von 82.000 Menschen aus 15 Vierteln inThies;

4200 Frauen aus 24 Dörfern können gegen geringe Gebühr Hirse mahlen lassen

Der Vergleich

SenegalDeutschland
Lebenserwartung59,2 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
64,84
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre49,6 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)66,3234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013

Entwicklung des Projektes

24.7.2013: Getreidemühlenhaus fertiggestellt und in Betrieb genommen

24.07.2013

Getreidemühlenhaus im Senegal fertiggestellt

Das Getreidemühlenhaus, das die Erbacher-Stiftung in Thies finanzierte, ist fertig. Alexandre Diouf berichtet von Bau und Inbetriebnahme und resümiert.

Vor dem Bau: Hirse wird mit dem Mörser gemahlen

Das Getreidemühlenhaus, das die Erbacher-Stiftung in Thies finanzierte, ist fertig. Alexandre Diouf vom Verein Espoir e.V. berichtet von Bau und Inbetriebnahme und resümiert.

Die Frauen haben viel Engagement bewiesen, z.B. bereiteten sie eineinhalb Wochen lang das Grundstück für den Bau des Getreidemühlenhauses vor. Auch beim Anstrich des Rohbaus legten sie selbst Hand an. Im Senegal werden diese Aufgaben normalerweise von Männern durchgeführt, umso mehr zeigt sich die hohe Identifikation der Frauen mit ihrem Getreidemühlenhaus.

Die Frauen verbreiteten nach Fertigstellung per Mundpropaganda die Nachricht vom Bau des Getreidemühlenhauses, z.B. in Großmärkten und in der bekannten Umgebung. Da die Frauen seit Jahren Hirse verarbeiten und verkaufen, haben sie schon feste Kunden. Auch der lokale Radio-Sender Thies FM berichtete über das Getreidemühlenhaus.

Inzwischen sind die Frauen in die Gerätenutzung eingewiesen. Die Mühlen sind leicht zu bedienen, die Frauen können sie allein ein- und ausschalten und reinigen. Während seines Aufenthaltes im Senegal konnte sich Alexandre Diouf selbst von der erfolgreichen Durchführung des Projektes überzeugen: „Die Frauen sind sehr glücklich, dass sie jetzt ein Mühlenhaus besitzen und erleichtert, dass sie nicht mehr die Hirse mit dem Mörser mahlen müssen. Die Frauen identifizieren sich mit dem Projekt und sehen darin eine große Chance ihren Lebensunterhalt zu sichern. Die Dörfer in der Umgebung sind glücklich, dass sie die Möglichkeit haben, ihre Hirse gegen eine kleine Gebühr mahlen zu lassen. Nach einem Gespräch mit unserem Partner und der Projektleiterin konnte ich ein großes Engagement bei den Akteuren feststellen. Im Namen des Vereins Espoir e.V. und der Frauen bedanke ich mich ganz herzlich bei der Erbacher-Stiftung für die finanzielle Unterstützung.“

In Thies haben die Frauen auch schon weitere Ideen. Sie planen, eine Bäckerei zu eröffnen. Durch ihre langjährige Erfahrung mit der Hirseverarbeitung möchten sie Brot aus Hirse backen und so die Ernährungssituation in Thies weiter verbessern.