Ernährungsprogramm für Kinder

Über die NGO Luyoso werden Männer und Frauen in Lupanga, einem Dorf im Hinterland von Tansania, in den Bereichen Obstanbau, Tierhaltung und jetzt Sonnenblumenölgewinnung unterstützt. Die Kooperative hat eigene Kühe, ein ca. 4ha großes Obstgrundstück mit 1000 Obstbäumen (Avocado, Mango und Orangen). Letzteres konnte sogar noch um 400 weitere Bäume erweitert werden (z.B. Ananas, Papaya). Die Früchte dienen als Nahrungsquelle und für die Vitaminversorgung der Schulkinder vor Ort.

Sonnenblumenöl und Solarstromversorgung

Im Rahmen des Sonnenblumenölprojekts wurde an ca. 150 Haushalte Saatgut verteilt. Mit dem Ernteertrag kann in Lagerräumen, die 2011 gebaut wurden, über eine neue Ölpresse die Versorgung der Bevölkerung mit wertvollem Speiseöl sichergestellt werden.
Neben diesen wichtigen Projekten zur Nahrungssicherung und –verbesserung verfolgt Luyoso das Ziel der Gleichberechtigung von Frau und Mann über Fortbildungen und gleichmäßige Arbeitsverteilung.
Außerdem wurden diverse andere Projekte im Bereich der Krankenversorgung oder in der Schule durchgeführt. Seit letztem Jahr ist eine Solarstromversorgung in der Schule mit dazugehörigen Computern sichergestellt. Im Jahr 2014 finanzierte die ERBACHER-STIFTUNG einen Traktor für Lupanga (s. Fotos).

Was wir bewirken

Sergius Msanga ist Gründer von Luyoso.
Nach fünf Jahren hält er Rückschau und erzählt:

Seit 2008 unterstützt die Erbacher-Stiftung Landwirtschafts- und Ernährungsprojekte in Tansania. Der Projektpartner Luyoso (LUpanga YOuth SOciety) ist eine engagierte Jugendorganisation in Lupanga. Die Projekte und das große Engagement von Luyoso tragen zur Verbesserung der Lebensumstände in Lupanga bei. Die örtliche Jugend wird intensiv in die Arbeiten miteinbezogen.

Die Hauptaufgabe von Luyoso ist die Bekämpfung der Armut in der ländlichen Region um Lupanga. Mit Hilfe der Stiftung haben die Mitglieder und Bewohner von Luyoso heute einen Treffpunkt: Sitzungen und Trainings finden in einem der finanzierten Gebäude statt. Durch Strom vom Generator treffen sie sich hier abends nach der Arbeit, um Themen wie Ernährung, Landwirtschaft, Viehzucht zu diskutieren. Begünstigte der Projekte sind v.a. die 450 Kinder der örtlichen Grundschule und Frauen.

Die großzügigen Unterstützungen der letzten fünf Jahre wurden in den Ankauf der Projektmaterialien investiert: z.B. Baumaterialien, Saatgut, Obst-Setzlinge, Kühe, Ölpresse

Im Einzelnen wurde finanziert:

  • Kauf von über 2000 Obstsetzlingen (Mangos, Ananas, Bananen, Avocado, Orangen und Apfel); Verteilung an Grundschule und Mitglieder von Luyoso; Luyoso besitzt ein zwei Hektar großes Obstanbau-Demonstrations-Feld.
  • 12 Kühe; Milch und manchmal Fleisch wird für die Ernährung der Schulkinder eingesetzt, der Kuhdung für den Garten- und Obstbau verwendet.
  • Beginn der Sonnenblumenöl-Produktion. Bau von Produktions- und Lagerhaus, Kauf einer Ölpresse, die von Familien der Region genutzt wird

Anbau, Verarbeitung und Vermarktung der Sonnenblumen und des Öls sind gesichert. Öl, das die Familien nicht selbst verwenden, wird verkauft. Die gepressten Reste dienen der Viehernährung. Der Lebensstandard hat sich in Lupanga erheblich verbessert. Die Familien haben früher nur mit Wasser und Salz gekocht, heute wird das Essen mit Sonnenblumenöl gesünder und schmackhafter zubereitet. Am Anfang des Projekts hatte die Gemeinde Lupanga 72 unterernährte Kinder, heute gibt es keine mehr! Die Sonnenblumen-Produktion motiviert die Bewohner in Lupanga, Utilili und Ludewa. 300 Familien arbeiten zusammen und wollen bald eine Genossenschaft gründen.

Die Erbacher-Stiftung finanziert nun die landwirtschaftliche Ausbildung eines Einheimischen. Er wird auch in Viehzucht geschult. Sein Expertenwissen wird er in der Region weitergeben und an der Verbesserung von Landwirtschaft und Viehzucht mitwirken.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Erbacher-Stiftung für ihre Bemühung und finanzielle Unterstützung unserer Gemeinden in Tansania.

Sergius Msanga
(September 2013)

Das Projekt

Land Tansania
PartnerLuyoso (Lupanga Youth Society)
Zielgruppe450 Schüler der Grundschule von Lupanga, außerdem Familien der Region

Der Vergleich

TansaniaDeutschland
Lebenserwartung58,1 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
67,64
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre73,2 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)52,1234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013

Entwicklung des Projektes

26.11.2015: Nach der Ausbildung kehrt ein landwirtschaftlicher Berater nach Luyoso zurück

01.11.2015

Neuer landwirtschaftlicher Berater

Um die Wirtschaftlichkeit im landwirtschaftlichen Bereich zu verbessern, hat die Erbacher Stiftung die Ausbildung eines Agrar – Fachberaters unterstützt. Seit 2012 absolvierte Herr Norbert Haule ein 3jähriges Studium im Bereich Tierhaltung und Landwirtschaft. Im Juli dieses Jahres beendete er seine Ausbildung. Jetzt wird er wieder nach Lupanga zurück kehren und die Landwirte und Bevölkerung auch in der Umgebung beraten. Als Pilotprojekt möchte er mit Lege – Hühner beginnen. Eier lassen sich gut und schnell verkaufen und fördern die Ernährungsvielfalt. Gerade auf dem Land ist die Ernährung der Kinder mit Mais und Bohnen sehr eingeschränkt. Das Futter für die Hühner soll durch die Erweiterung des bereits existierenden Gemüsegarten selbst erzeugt werden.

15.09.2014: Sergius Msanga, Luyoso e.V. besucht Heimat

13.09.2014

Sergius Msanga, Luyoso e.V., besucht Heimat

Bei einem Besuch in seinem Heimatdorf Lupanga in Tansania konnte Sergius Msanga, der seit mehreren Jahren in Deutschland verheiratet ist, den mit Hilfe der ERBACHER-STIFTUNG erworbenen Traktor begutachten. Auch traf er den Landwirtschafts- und Viehzuchtstudenten Norbert Haule (s. 2. Fotos), dessen Ausbildung die ERBACHER-STIFTUNG finanziert.

Sergius Msanga begutachtet den Traktor in Lupanga

Norbert Haule, Landwirtschafts- und Viehzuchtstudentent

Bei einem Besuch in seinem Heimatdorf Lupanga in Tansania konnte Sergius Msanga, der seit mehreren Jahren in Deutschland verheiratet ist, den mit Hilfe der ERBACHER-STIFTUNG erworbenen Traktor begutachten. Auch traf er den Landwirtschafts- und Viehzuchtstudenten Norbert Haule, dessen Ausbildung die ERBACHER-STIFTUNG finanziert.

11.10.2011: Fortschritte beim Produktionshausbau in Lupanga

11.10.2011

Weitere Fortschritte beim Produktionshausbau in Lupanga (Tansania)

„Im Moment geht es mit dem Produktionshausbau und der Sammlung von Sonnenblumen weiter“, berichtet Projektleiter Sergius Msanga. „Das Dach ist fast fertiggestellt und danach kann mit dem Zementputzen begonnen werden. Mit dem Fundament fürs Lager wurde auch schon angefangen. Wir hoffen, dass das Produktionshaus bald fertig ist.“

„Im Moment geht es mit dem Produktionshausbau und der Sammlung von Sonnenblumen weiter“, berichtet Projektleiter Sergius Msanga. „Das Dach ist fast fertiggestellt und danach kann mit dem Zementputzen begonnen werden. Mit dem Fundament fürs Lager wurde auch schon angefangen. Wir hoffen, dass das Produktionshaus bald fertig ist.“

12.07.2011: Sonnenblumenöl-Projekt in Tansania

12.07.2011

Sonnenblumenöl-Projekt in Tansania

Zwei neue Häuser für die beiden Ölpressen nahezu fertig gestellt

Sergius Msanga zu Besuch in Lupanga. Beginn der Ölproduktion für September 2011 geplant

Für vier Wochen reiste Sergius Msanga, Initiator des landwirtschaftlichen Projekts in Lupanga (Tansania), Ende Mai zusammen mit seiner Frau Sabine und Tochter Amélie in seine Heimat. Mit Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG werden dort zur Zeit zwei Häuser gebaut, die Ende Juli fertig gestellt sein sollen. In den Gebäuden wird jeweils eine Presse aufgestellt, mit deren Hilfe aus kurz getrockneten Sonnenblumenkernen Öl hergestellt wird.

Zwei neue Häuser für die beiden Ölpressen nahezu fertig gestellt
Sergius Msanga zu Besuch in Lupanga. Beginn der Ölproduktion für September 2011 geplant

Für vier Wochen reiste Sergius Msanga, Initiator des landwirtschaftlichen Projekts in Lupanga (Tansania), Ende Mai zusammen mit seiner Frau Sabine und Tochter Amélie in seine Heimat. Mit Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG werden dort zur Zeit zwei Häuser gebaut, die Ende Juli fertig gestellt sein sollen. In den Gebäuden wird jeweils eine Presse aufgestellt, mit deren Hilfe aus kurz getrockneten Sonnenblumenkernen Öl hergestellt wird.

„Viele der in der Region Lupanga ansässigen kleinen Bauern ernähren ihre Familien bislang nur von den Erzeugnissen aus der Landwirtschaft“, erklärt Sergius Msanga. „Unterstützt durch die ERBACHER-STIFTUNG möchten wir eine Möglichkeit schaffen, ein Produkt wie das Sonnenblumenöl auf den Märkten der Region zu verkaufen.“ Die Nachfrage scheint hoch zu sein, denn derzeit ist Öl sehr teuer und ein paar Anbieter mehr würden die Familien der Region spürbar entlasten. Außerdem haben die ca. 170 kleinen Bauern durch den Anbau von Sonnenblumen und den Verkauf der Kerne für die beiden großen Pressen eine akzeptable Einnahmequelle.

Keine willkürlichen Preise

„Gemüse und Obst lässt sich auf den Märkten leider nur schwer verkaufen und ist leicht verderblich“, meint Msanga. „Aus 20 Kilogramm Kernen können wir mindestens 2 Liter Öl herstellen, das recht lange haltbar ist, und bekommen dafür umgerechnet knapp 5 Euro. Das ist für die Leute hier sehr viel Geld.“ Man müsse noch einen Weg finden, so der Projektleiter weiter, die Anbieter gerecht zu bezahlen. Die Preise dürften nicht willkürlich sein. Zum Projektstart hatten die beteiligten Bauern die Sonnenblumensamen noch geschenkt bekommen. Das soll sich nun ändern, denn wenn die Ölproduktion im September beginnt, ist damit eine Erwerbsgrundlage für die kleinen Bauern gelegt und sie müssen mit den eingenommenen Geldern haushalten. Ein positiver Nebeneffekt ist auch die Tatsache, dass die recht weit verstreuten Bauern zum Verkauf der Sonnenblumenkerne nach Lupanga kommen müssen und dadurch eine bessere Kommunikation untereinander erreicht wird.

Auf Hygiene beim Pressen achten
Während seiner Reise war Msanga häufig mit dem Motorrad unterwegs, um weiter entfernte Bauern zu besuchen und deren Sonnenblumenfelder zu begutachten. Er stellte fest, dass die meisten Felder sehr gut bestellt seien. Nur in wenigen Fällen gäbe es Probleme mit Parasitenbefall. Mit dem Auto, dessen Miete ohnehin sehr teuer sei, so Msanga, wäre es kaum möglich gewesen, die Bauern auf zum Teil nur über Trampelpfaden erreichbaren Wegen zu besuchen. Zusammen mit seiner Familie, mit der er inzwischen schon seit einigen Jahren in Mömlingen lebt, fuhr er mit einem Mietwagen zu einem bereits laufenden Sonnenblumenöl-Projekt in einem anderen Teil des Landes. „Wir waren zunächst etwas geschockt von den hygienischen Bedingungen dort“, erzählt Sabine Msanga. Auf die Einhaltung der Hygienevorschriften müsse beim Betreiben der beiden Pressen in Lupanga auf jeden Fall strikt geachtet werden.
 
Der Vorteil dort sei das heiße Klima, das offenbar bestens für den Anbau der Sonnblumen geeignet sei. Wenn die Felder gepflegt seien, so die Deutsche, dann stimme auch der Ernteertrag. Mit der Fertigstellung der Häuser muss sich der Bautrupp aus dem Dorf beeilen, denn die Bauern beginnen bereits mit der Ernte und Trocknung der Sonnenblumen. Im Oktober fängt die nächste Regenzeit an und dann müssen alle Felder abgeerntet und die Pressen in vollem Einsatz sein. „Klar geht alles immer ein wenig schneller, wenn wir vor Ort sind“, fügt Msanga hinzu, aber die Menschen sehen jetzt, dass wirklich etwas passiert und das motiviert viele, selbst Sonnenblumen anzubauen. „Mit den Handwerkern haben wir einen Vertrag gemacht, dass sie weniger Geld bekommen, wenn sich der Bau allzu lang verzögert und das scheint der richtige Weg zu sein. Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts“, freut sich der Initiator.

19.04.2011: Zum ersten Mal überhaupt im Ausland

19.04.2011

Zum ersten Mal überhaupt im Ausland

Kleine Abordnung des Luyoso-Projekts (Tansania) zu Besuch in Kleinheubach

Kleine Abordnung des Luyoso-Projekts (Tansania) zu Besuch in Kleinheubach

Joseph Msanga und seine Frau Manfreda Chengula (s. Foto ganz links) aus der Kleinstadt Lugarawa in Tansania sind nicht nur zum ersten Mal in Deutschland, sondern überhaupt im Ausland. Sie betreuen vor Ort in Lupanga, einem Dorf im östlichen Teil des Landes, das von der Erbacher-Stiftung unterstützte Luyoso-Projekt. Sergius Msanga (s. Foto ganz rechts) ist der Bruder von Joseph und hat die NGO ins Leben gerufen. Er lebt mit seiner Frau Sabine und Töchterchen Amélie seit fünf Jahren in Mömlingen. Der Besuch aus seiner Heimat konnte mit privaten Mitteln organisiert werden und am 9. April kamen die beiden Familien zu einem Kurzbesuch nach Kleinheubach.