Pilotfarm und Farmschule

Die Region Zentraltogo liegt im Landesinneren und ist sehr landwirtschaftlich geprägt. Die Bevölkerung leidet an einer schlechten Versorgungslage. Die Hauptstadt von Zentraltogo heißt Sokodé. Sie hat 100.000 Einwohner und liegt an der LKW-Straße, die vom Hafen nach Burkina Faso und in den Niger führt. Sie übt eine große Anziehungskraft auf Jugendliche aus, die nach einer besseren Zukunft suchen.

Modellfarm

20 km von Sokodé entfernt hat die Urbis Foundation (UF), eine deutsche Stiftung für Umwelt und internationale Solidarität, ein 34 ha großes Farmgelände gekauft und seit 2005 mit qualifizierter Unterstützung von Experten vor Ort eine Pilotfarm aufgebaut. Die Tierhaltung (Rinder, Hasen, Hühner, Bienen) ist effizient umgesetzt, ebenso der Anbau von Getreide (Reis, Mais), Knollen- und Hülsenfrüchten (Manioc, Igname, Erdnüsse), Tomaten, Kraut, u.a. Auch der Baumbestand einer Baumschule konnte aufgebaut werden. Erfolgreich angebaut werden nun auch medizinische Pflanzen (z.B. gegen Malaria). Die Entwicklung natürlicher Düngemittel wird von Experten erfolgreich erprobt. Inzwischen sind 20 Mitarbeiter auf der Farm tätig, die sich je nach Intensität der anfallenden Arbeit in der Trocken- und Regenzeit die Aufgaben teilen. Sie profitieren gegenseitig von ihren Kenntnissen und erweitern diese ständig.

Die elektrische Versorgung des großen Farmgeländes wird über Solarenergie sichergestellt: Drei Photovoltaik-Stromversorgungssysteme decken den gesamten Energiebedarf der Farm (Bewässerungssystem, Wasserpumpe, Brutanlage, Beleuchtung der Küche, Schulungs- und Wohnanlagen der Farm, Handyaufladestation). Die Solaranlage der Farm wartet ein Fachmann. Die regelmäßigen Messungen werden gesammelt und zu Forschungszwecken der Solarnutzung unter sub-tropischen Bedingungen genutzt. Die Farmmitarbeiter/innen erhalten eine Einführung in Solartechnik, um evtl. Schäden erkennen und ihre Kenntnisse über die Nutzungsmöglichkeiten der Solarenergie in der landwirtschaftlichen Produktion weitergeben zu können.

Die Erbacher-Stiftung überzeugt das Konzept der Modellfarm. Gern unterstützt sie die Umsetzung weiterer Ziele: Geplant ist für das Jahr 2012 der Aufbau einer Farmschule. Hier kann die Landbevölkerung praxisnah in ausgewählten Produktionsweisen angelernt werden. Studenten/-innen der Hochschule erhalten die Möglichkeit zum Praktikum auf der Farm. Intensiviertes Beratungs- und Schulungsangebot bietet eine Erwerbs- und Bildungschance v.a. für junge Menschen aus den benachbarten Dörfern. Damit wirkt das Projekt der massiven Abwanderung junger Menschen entgegen, die oftmals in prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse nach Nigeria oder Benin abgeworben werden und mittellos wieder zurückkehren. Zum Konzept der Farm gehört, besonders Kinder und Jugendliche auf die Farm aufmerksam zu machen und ihnen Ferienkurse anzubieten. Die Farmmitarbeiter besuchen auch Schulen, bepflanzen Schulhöfe mit Obstbäumen und klären die Bevölkerung der Dörfer über gesunde Tierhaltung und Ressourcenschutz auf. 

Wenn Sie die Farm im Togo finanziell unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Das Projekt

LandTogo
PartnerUrbis Foundation
ZielgruppeModellfarm CPIA, die Landwirte ausbildet. Sie agieren dann als Multiplikator in den Dörfern der Region
Kostenbeispiele

 Ausbildung eines Farmschülers für ein Jahr: ca. 858 EUR

  • ca. 80 EUR Ausbildungsmaterialien (Papier, Schautafeln, Prüfungsunterlagen, etc.)
  • monatliche Verpflegung: 12*4 EUR
  • monatliche Prämien: 12*40 EUR
  • 50 EUR für Erfahrungsaustausche mit anderen Partnern
  • 200 EUR anteilige Lehrergehälter

Einmaliger Zuschuss für Startinvestitionen von drei Existenzgründern:

  • 2.214 EUR für drei Hasenzüchter
  • 3.111 EUR für drei Hühnerzüchter
  • 1.824 EUR für drei Gemüsebauern

Der Vergleich

TogoDeutschland
Lebenserwartung57 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
110,14
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre57 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)113,1234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013

Entwicklung des Projektes

10.10.2014: Neuigkeiten von der Modellfarm CPIA im Togo

10.10.2014

Neuigkeiten von der Modellfarm CPIA im Togo

Ein Bericht erreicht uns von der Urbis Foundation, einer unserer langjährigen Partnerorganisationen. Neben der Ausbildung neuer Farmschüler auf der Farm konnten mit der finanziellen Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG in den vergangenen Monaten die Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten der Farm CPIA im Togo verbessert werden. Das wirkt sich positiv auf den Erfolg der Farmschüler aus und verbessert die Ernährungssituation in der Region.

Ein Bericht erreicht uns von der Urbis Foundation, einer unserer langjährigen Partnerorganisationen. Neben der Ausbildung neuer Farmschüler auf der Farm konnten mit der finanziellen Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG in den vergangenen Monaten die Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten der Farm CPIA im Togo verbessert werden. Das wirkt sich positiv auf den Erfolg der Farmschüler aus und verbessert die Ernährungssituation in der Region. Unsere Fotos zeigen Beispiele aus der Farm:

  • Bau eines neuen, modernen Hühnerstalls zur Unterbringung von 1000 neuen Küken.
  • Anschaffung eines « Moto-Charrette » zum Transport der Farmerzeugnisse
  • Ausbau und Modernisierung der solarbetriebenen Bewässerungsanlage

10.12.2013: Farmschule wird ausgebaut

Die Farmschüler der ersten Generation haben ihre Ausbildung beendet. Als „Agro Entrepreneurs“ haben sie im Mai 2013 Subventionierungen für ihre Startinvestitionen erhalten. Nun beginnen sie ihre Aktivitäten in den Bereichen Gemüsebau, Hasenzucht und Hühnerzucht. Die benötigten Brunnen und Ställe sind fertiggestellt.

Die Erbacher-Stiftung fördert die Arbeit der Urbis Foundation auf der Farm CPIA auch weiterhin. Neben der Ausbildung weiterer Farmschüler, die ihr erworbenes Wissen im ökologischen Landbau in der Region multiplizieren, und der Unterstützung ihrer Existenzgründung sind im kommenden Jahr der Bau einer Biogasanlage und die Vermessung der zur Verfügung stehenden Nutzfläche geplant.

16.09.2013: Die Erde betrügt nicht. Was du säst, erntest du auch

16.09.2013

Die Erde betrügt nicht. Was du säst, erntest du auch.

Neun Menschen machen auf der Modellfarm CPIA im Togo ihre Ausbildung zum Landwirt. Später werden sie in ihren Dörfern als Mutiplikatoren arbeiten. Lesen Sie hier, was die Auszubildenden bewegt und motiviert.

Neun Menschen machen auf der Modellfarm CPIA im Togo ihre Ausbildung zum Landwirt. Später werden sie in ihren Dörfern als Mutiplikatoren arbeiten. Was bewegt und motiviert die Auszubildenden?

Teibou Karamouwa, 40 J.
„Mein Traum ist es, ein Vorbild in der Landwirtschaft zu werden, mit ausgeklügelten Techniken und einem autarken Lebensstil. Ich möchte nichts einkaufen müssen, aber einen Teil meiner Produktion verkaufen können.“

Samsoudine Ouro Nimini, 28 J.
„Wichtig ist mir die Gesundheit, aber vor allem möchte ich für meine Kinder kämpfen, ihnen etwas bieten können. Ich möchte ein guter Verantwortlicher für meine Familie werden.“

Razakou Abdou Alassani, 28 J.
„Die Erde betrügt dich nicht, was du säst, erntest du auch. Vorerst will ich alleine arbeiten, und sobald ich etwas Geld habe, werde ich Leute anstellen, denen ich die Technik beibringe.“

Rabiou Ouro-Gnaou, 28 J.
„Ich will das, was mein Vater angefangen hat, weiterführen, ihm damit die Ehre erweisen.“ Rabiou schaut um sich, weist auf Felder und Gebäude des CPIA und meint: „So soll es bei mir auch mal aussehen!“

Peleï Madananbou, 24 J.
„Mich interessiert alles. Wenn ich das Praktikum abgeschlossen habe, ist mein großer Traum, eine eigene Farm zu gründen. Ich möchte klein beginnen, Schritt für Schritt wachsen. Für den Anfang werde ich entweder mit meiner Familie, oder mit Leuten des CPIA zusammenarbeiten.“

Issaou Braïma, 24 J.
„Es interessiert mich sehr, die Techniken der Landwirtschaft kennenzulernen, zum Beispiel, wie man bei der Planung eines Feldes gerade Reihen hinkriegt. Es ist etwas kompliziert, Land zu bekommen. Nicht weit von hier, am Fluss, gäbe es ein schönes Stück Land. Ich verhandle im Moment mit dem Kantonschef, dass er es mir zur Verfügung stellt.“

Hodo-Alou Bissikallo (Adèle), 22 J.
„Nur Gott kennt meine Zukunft! Aber da ich gut gelernt habe, wie man Geflügel hält, möchte ich die Geflügelhaltung gerne zu meiner Zukunft machen.“  

Ferkpawa Alandjo Kouassi (Rachid), 23 J.
„In der Landwirtschaft bin ich frei, niemand befiehlt mir. Die Arbeit ist spannend! Ich möchte, dass man von mir spricht, mein Name soll bekannt werden.“

Bassirou Morou, 32 J.
„Ich hatte seit langem die Ambition, Landwirt zu werden, deshalb musste ich die Chance einfach packen! Das Geld wird nicht vom Himmel fallen. Ich werde es mit dem bisschen machen, über das ich verfüge. Wenn ihr in zehn Jahren wieder kommt, werdet ihr mich nicht mehr erkennen! Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich will ein großer, renommierter Landwirt werden und meine Produktion den Wünschen meiner Kunden anpassen.“

15.09.2013: Es geht um Selbstverwirklichung

15.09.2013

Es geht um Selbstverwirklichung

„Es geht heute um Selbstverwirklichung", beginnt Alfa Boda seinen Unterricht. Denn Landwirtschaft ist mehr als ein Berufsbild, es ist ein Lebensstil, der viel fordert vom Menschen.

„Es geht heute um Selbstverwirklichung“, beginnt Alfa Boda seinen Unterricht. Denn Landwirtschaft ist mehr als ein Berufsbild, es ist ein Lebensstil, der viel fordert vom Menschen.

Es ist wichtig, die Praktikanten darauf vorzubereiten, ihnen nicht nur die technischen „skills“ mitzugeben. Wir wollen ihnen Mut machen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Denn nach der Rückkehr in die Dörfer werden die Landwirte als Multipliatoren wirken. So ist eine ganzheitliche Ausbildung sehr erstrebenswert.

Der Agraringenieur Alfa Boda verknüpft Perspektiven der Philosophie verschiedener Religionen, Strategien des positiven Denkens und der Persönlichkeitsbildung miteinander und vermittelt sie lebensnah: „Wenn Dir jemand eine Ohrfeige gibt, kannst du darauf vorerst keinen Einfluss nehmen. Sehr wohl aber auf deine Reaktion. Es ist die Reaktion, die den Effekt produziert. Man muss wissen, was man will und auf sein Ziel hinarbeiten, sowohl im Beruf als auch im Privatleben!“, schlussfolgert Alfa Boda.

28.09.2012: Gastvortrag von Monsieur Tchedre im CPIA

Monsieur Tchedre hat vor 20 Jahren seinen Job, zu dem klimatisiertes Büro und Dienstwagen mit Chauffeur gehörten, aufgegeben, um in die Landwirtschaft zu gehen. Seither bewirtschaftet er eine Farm in Sagbadï, einem Ort nordwestlich von Sokodé. Zu seinen Interessen gehören Tierhaltung und Gemüsebau, alternative Anbautechniken und Kompost-Experimente. Ins CPIA wurde er nicht nur wegen seiner landwirtschaftlichen Kenntnissen eingeladen, sondern auch, weil er für togoische Verhältnisse gesellschaftlich revolutionäre und emanzipierte Exkurse in seine Vorträge einbaut.

Umfassende Wissensvermittlung

Drei Bereiche interessieren die Auszubildenden besonders:
- Existenz- und Betriebsgründung
- Tierhaltung (Geflügel, Rinder, Schafe)
- Gemüsebau.
Das Thema des heutigen Vortrags ist die Tierhaltung. Doch Monsieur Tchedre beginnt mit einem anderen, sehr wichtigen Punkt: Für das Land, das man bewirtschaftet, soll man unbedingt eine Besitzurkunde oder einen schriftlichen Pachtvertrag haben. Nur so könne man Sicherheit für die Zukunft erlangen und die plötzliche Enteignung vermeiden.

Halbzeit in der Praktikantenausbildung

Die Stagiaires haben gut die Hälfte ihres Praktikums hinter sich, Monsieur Tchedre rüttelt sie auf: „Jetzt dürft ihr nicht schlafen, ihr müsst euch was überlegen!“. Sein Tipp ist, sich zu Beginn auf einige wenige Bereiche der Landwirtschaft zu konzentrieren: Qualität statt Quantität. Er empfiehlt zum Beispiel, nicht gleich einen riesigen Hühnerstall zu bauen, sondern klein zu beginnen und wenn Mittel und Erfahrung da sind, die Ausmaße zu erweitern. Zudem legt Monsieur Tchedre den Stagiaires auch nahe, sich selbst gesund und qualitativ zu ernähren: „Um Qualität zu erzeugen, muss man Qualität essen.“

Erträge in der Eier- und Fleischproduktion

Für die Geflügelhaltung nennt Monsieur Tchedre folgende Richtwerte: Von 1000 europäischen Küken sollten nach zwei Monaten noch 900 leben. Bis zum Ende der Legephase sind zwischen einem Sechstel und einem Drittel Verlust im Normbereich. Ein Huhn soll pro Monat 21 Eier legen, was bei 1000 guten Legehennen mindestens 600 Eier pro Tag ergibt. Die weißen Hühner, die weiße Eier legen, sind ein Marketing-Geheimtipp: Die Kundschaft hält diese Eier für qualitativ hochwertiger und ist deshalb bereit, pro Plateau 2500 statt 2000 CFA zu zahlen. Die weißen Hühner sind jedoch sensibler und in der Haltung aufwändiger. Für kranke Tiere empfiehlt Tchedre, eine „Klinik“ einzurichten: ein separates Gehege, wo sie abgesondert, beobachtet und geheilt werden können.
Zum Thema Kaninchenhaltung konzentriert er sich auf die sprichwörtliche Vermehrung und auf den Verkauf des Fleischs. Die Vermehrung rechnet Monsieur Tchedre begeistert vor und präsentiert auch ein Stallsystem, das eine Übersicht über die Generationen erlaubt und Inzucht vermeidet. Bedauernswert findet Tchedre, dass die Togoer Kaninchenfleisch nicht schätzen (zu zart!!!) und sich der Verkauf sehr schwierig gestaltet. Obwohl sich die Haltung der kleinen Allesfresser als sehr unkompliziert erwies, hat Monsieur Tchedre deshalb die Kaninchenzucht aufgegeben. Das Fazit des Reverenten rüttel alle auf: "90 Prozent der Bevölkerung des Togos wohnt im Busch. Es sind die Bauern, die das Land revolutionieren können!“

08.07.2012: Ausbildung auf der Demonstrations- und Pilotfarm CPIA in Koboyo

08.07.2012

Ausbildung auf der Demonstrations- und Pilotfarm CPIA in Koboyo

Auf der Farm „Centre de Promotion des Initiatives Agricoles“(CPIA) in Koboyo / Togo verläuft die Ausbildung der ersten neun Praktikanten sehr zufriedenstellend. Das Führungsteam der Farm, bestehend aus dem Farmleiter M. Alfaboda (auf dem Foto rechts stehend), seinem Stellvertreter und den Verantwortlichen für die einzelnen Bereiche (Gartenbau, Landwirtschaft und Viehzucht), sind mit der Motivation und dem Arbeitseinsatz der Auszubildenden sehr zufrieden. Diese begannen am 1. März 2012 mit Hilfe der Erbacher-Stiftung ihre einjährige Ausbildung bei CPIA . Sie konnten in den ersten Monaten ihrer Zeit bei CPIA viel lernen und ausprobieren. Die Stimmung auf der Farm ist positiv und konstruktiv – beste Verhältnisse also für ein intensives Lernen.

Razakou Abdou Alassani

Teibou Karamouwa

Auf der Farm „Centre de Promotion des Initiatives Agricoles“(CPIA) in Koboyo / Togo verläuft die Ausbildung der ersten neun Praktikanten sehr zufriedenstellend. Das Führungsteam der Farm, bestehend aus dem Farmleiter M. Alfaboda (auf dem Foto rechts stehend), seinem Stellvertreter und den Verantwortlichen für die einzelnen Bereiche (Gartenbau, Landwirtschaft und Viehzucht), sind mit der Motivation und dem Arbeitseinsatz der Auszubildenden sehr zufrieden. Diese begannen am 1. März 2012 mit Hilfe der Erbacher-Stiftung ihre einjährige Ausbildung bei CPIA . Sie konnten in den ersten Monaten ihrer Zeit bei CPIA viel lernen und ausprobieren. Die Stimmung auf der Farm ist positiv und konstruktiv – beste Verhältnisse also für ein intensives Lernen.

Während ihres Besuchs im Juni 2012 auf der Farm lernte Bärbel Epp, Vorstandsmitglied von Urbis Foundation, alle neun Auszubildenden persönlich kennen. Sie erfuhr viel über deren familiäre Situation und Herkunft, die Motivation für die Teilnahme an der Ausbildungsmaßnahme und die jeweiligen Erfahrungen der Auszubildenden im Bereich Landwirtschaft und Viehzucht.

Einer der Teilnehmenden ist Razakou Abdou Alassani. Er ist 28 Jahre alt und ledig. Er kommt aus dem Stadtviertel von Sokodé, das Komah heißt. Schon lange möchte er seine eigene Farm mit mehr als 1 Hektar bewirtschaften. Er hat von dem Angebot, eine Ausbildung auf der Farm zu machen, über das Radio erfahren. Zusammen mit einem Freund, ebenfalls aus Komah, hat er sich angemeldet und schon viel gelernt.

Teibou Karamouwa ist 40 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Er kommt aus Sokodé, hat 2 Hektar Land im Nordosten der Stadt gekauft und möchte dort seine eigene Farm mit Landwirtschaft und Viehzucht starten. Dort gibt es auch einen Brunnen, der allerdings nicht sehr gut ist. „Die Ausbildung ist sehr interessant für uns!“, sagt er. Als Ältester der Gruppe weist er im Gespräch aber auch darauf hin, dass es sehr wichtig für die Auszubildenden ist, über die Ausbildung hinaus Ressourcen für den Aufbau ihrer eigenen kleinen Farm bekommen.