Kleinbäuerliche Landwirtschaft

In den letzten Jahren haben sich die Lebensbedingungen der Menschen im Tschad zusehends verschlechtert. Die fortgesetzten Kriegshandlungen im Osten führen zu innenpolitischen Spannungen und zu einer Destabilisierung. Trotz Öleinnahmen fließen die öffentlichen Mittel für den Entwicklungs- und Sozialbereich von staatlicher Seite nur sehr schwach.

Die schleichende „Sahelisierung“ der Sudanzone im Süden des Landes (Bodenverschlechterung, Rückgang der Niederschläge) führt in dieser noch regenreichen Region zu einem Verschwinden der Restwälder und den Zuzug von Nomaden und damit zu Landkonflikten mit ansässigen Ackerbauern. Die wachsende Bevölkerung, Baumwoll-Monokultur und wenig angepasste Ackerbaumethoden führen zu einer ständig absinkenden Bodenfruchtbarkeit.

99% der Bevölkerung leben von der Subsistenzlandwirtschaft. Die bäuerlichen Familienbetriebe bewirtschaften im Durchschnitt nur wenige Hektar im Regenfeldbau und betreiben Tierhaltung (Ziegen, Schafe, Geflügel). Es werden vor allem Grundnahrungsmittel für die Selbstversorgung angebaut. Allerdings gibt es in der Region ein großes Potential für die Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion. Die auch in der Trockenzeit verfügbaren Oberflächengewässer ermöglichen u.a. auch den Gemüsebau. Die Nähe zu Kamerun eröffnet Vermarktungsmöglichkeiten in den großen urbanen Zentren in Nordkamerun.

Der Markt für Mais und Sesam ist zwar potenziell vorhanden, es fehlen aber organisierte Aufkaufstrukturen. Auch die mangelnde Infrastruktur stellt ein großes Hemmnis dar. Insgesamt wird das vorhandene Potential noch unzureichend genutzt. Momentan ist die Veredelung der Ernteerträge noch kein Ziel, jedoch die Einführung der Lagerhaltung. Trotz der recht günstigen klimatischen Bedingungen ist die Nahrungssicherheit der Zielgruppe nicht gesichert. Im Rahmen des Projektes werden die Menschen in Methoden der Landwirtschaft, Aufbewahrung der Ernteerträge, Vermarktung, Gleichstellung der Frau, usw. geschult.  

Der Vergleich

TschadDeutschland
Lebenserwartung49,5 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
1694
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre34,4 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)9,1234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013