Don Bosco Children Fund

Zur Unterstützung besonders bedürftiger Kinder haben die Salesianer Don Boscos in Kambodscha den Don Bosco Children Fund ins Leben gerufen. Mit der Unterstützung aus diesem Fonds wird jedes Jahr mehr als 5.000 Kindern im Sen Sok District der Schulbesuch ermöglicht: Sie erhalten Lernmaterial, Schuluniform, Verpflegung, Kleidung und Seife sowie ein kleines Taschengeld. In allen Schulen, die der Childrens Fund betreut, wurden Suppenküchen eingerichtet, da die unzureichende Ernährung bei Kindern nach wie vor ein großes Problem ist. Die beiden Don Bosco Schulen in Andaung Chenh und Salabalath geben ebenfalls regelmäßig Schulspeisungen für 250 Kinder aus. Die Schulen verfügen über 7 Hektar eigenes Farmland, auf dem Reisanbau betrieben wird. Mit Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG konnte durch Verbesserung der Produktionstechnik der Ertrag aus der Reisernte erhöht werden.

Don Bosco Farm verbessert Ernährungssituation

In der niederschlagsarmen Region Battambang, in der die beiden Schulen liegen, konnte der Zugang zu neuen Wasserreserven in der unmittelbaren Nachbarschaft der Don Bosco Farm geschaffen und damit die Erträge pro Jahr deutlich erhöht werden. Das verfügbare Wasserreservoir ist zirka 60.000 m3 groß. Das Projekt bewirkt langfristig eine verbesserte Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen und eine Qualitätssteigerung beim Reis. Es trägt somit zur Verbesserung der Ernährungssituation der Bevölkerung bei. Darüber hinaus hat das Projekt durch die Schulung von Praktikanten und Auszubildenden an den Don Bosco Schulen einen nachhaltigen Bildungseffekt im lokalen Kontext. Neben 50 Mädchen und junge Frauen in der Nähschule in Battambang profitieren auch Bauern aus der Umgebung von den Schulungskursen.In naher Zukunft sollen Kurse für Praktikanten und 20-30 Schüler durchgeführt werden.

Das Projekt

LandKambodscha
PartnerSalesianer Don Boscos
ZielgruppeKinder und Jugendliche im Sen Sok District

Der Vergleich

KambodschaDeutschland
Lebenserwartung62,9 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
42,54
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre73,9 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)81234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013

Entwicklung des Projektes

24.05.2012: Walter Zwick zurück aus Battambang

24.05.2012

Walter Zwick zurück aus Battambang, Kambodscha

Dr. Walter Zwick, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Senior Expert Service (SES), betreut das von der ERBACHER-STIFTUNG unterstützte Projekt der Salesianer Don Boscos im Nordwesten Kambodschas. Nach neunwöchigem Aufenthalt im Frühjahr 2012 erzählt er uns von der Situation auf der Don Bosco Farm in Battambang, auf der in den letzten Wochen dank der finanziellen Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG eine Reis-Trocknungsanlage gebaut werden konnte.

Walter Zwick im Gespräch mit einem Khmer-Bauern

Verputzter Rohbau

Anlage mit eingezogenem Zwischenboden

Feuerung für Reisspelzen und Ventilator zum Einblasen der Warmluft

Dr. Walter Zwick, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Senior Expert Service (SES), betreut das von der ERBACHER-STIFTUNG unterstützte Projekt der Salesianer Don Boscos im Nordwesten Kambodschas. Nach neunwöchigem Aufenthalt im Frühjahr 2012 erzählt er uns von der Situation auf der Don Bosco Farm in Battambang, auf der in den letzten Wochen dank der finanziellen Unterstützung der ERBACHER-STIFTUNG eine Reis-Trocknungsanlage gebaut werden konnte.

„Die Modellfarm in Battambang und das Agro-vocational Center sollen eine Anlauf- und Ausbildungsstelle für junge Bauern sein. Sie werden in die Arbeiten der Farm, z.B. das Säen und Pflanzen, eingebunden. Es geht uns dabei um einen echten Gedankenaustausch auf Augenhöhe!“, betont Zwick. „Wir bieten Hilfe an und ermöglichen jungen Menschen eine Ausbildung. Dabei geht es aber nie darum, den Menschen einfach nur Wissen überzustülpen. Ausgangspunkt für unsere Arbeit ist immer das Wissen und die Arbeitsmethode der Menschen vor Ort.“

Die Modellfarm erzeugt Reis für die Speisung von 400 Kindern zweier Grundschulen der Salesianer in unmittelbarer Nachbarschaft der Farm. Viele Eltern schicken ihre Kinder gern zur Schule. Sie erhalten dort Essen und eine gute Ausbildung. Die Alternative ist für viele Kinder aus ärmlichen Verhältnissen Fabrikarbeit unter sehr schweren Bedingungen. Die Salesianer Don Boscos unterhalten auch weiterführende Schulen und bilden im Anschluss an die Schulzeit in mehreren mechanischen Berufen aus. Der Don Bosco Children Fund hat es ermöglicht, den Bildungsstandard der Menschen in der Region erheblich zu verbessern.

Die ERBACHER-STIFTUNG hat für das Projekt der Schulspeisung in Battambang bereits das Ausleihen eines Boden-Nivellierungsgerätes finanziert. Das ebene Feld muss nun in der regenarmen Gegend weitaus weniger bewässert werden als ein vergleichbares Feld mit unebenem Boden.

Die Modellfarm erzeugt derzeit für die Schulspeisung jährlich etwa 25 Tonnen Reis auf einer Fläche von 7 Hektar. 20 Tonnen werden für die beiden Schulen benötigt, der Überschuss wird an benachbarte Schulen weitergegeben. Der Reispreis unterliegt normalerweise auch für die Schulen den Preisschwankungen des Weltmarkts. Die Modellfarm ist unabhängig und kann deutlich unter diesem Preis produzieren.

Eine der beiden jährlichen Reisernten erfolgt in der Trockenzeit, von Januar bis April, in diesem Zeitraum müssen die Felder bewässert werden, um ein gutes Wachstum zu garantieren. Dank der ERBACHER-STIFTUNG konnte ein weiteres Landstück von 1 Hektar Größe erworben werden. „Wir planen, in Zukunft Reis vorzugsweise in der Regenzeit anzubauen. In der Trockenzeit sollen verschiedene Gemüse auf den Feldern wachsen. Reis bietet zwar Kohlenhydrate, doch den Kindern fehlen die Vitamine von Gemüse. Um für eine ausgewogene Ernährung der Schüler sorgen zu können, haben wir auf der Farm inzwischen auch einen Fischteich eingerichtet“, freut sich Zwick.  

Eine große Schwierigkeit stellte für die Farm bisher die Trocknung und Lagerung von Reis dar: Verpilzung und Schädlinge führten zum Verderben eines Teils der Ernte. Hier konnte die ERBACHER-STIFTUNG helfen: Im Frühjahr 2012 finanzierte sie eine Reis-Trocknungsanlage, deren Bau Walter Zwick während seines neunwöchigen Aufenthalts in Kambodscha begleitete.

Das Trocknungssystem wurde in Vietnam entwickelt, der Bau der Anlage von Einheimischen in Kambodscha übernommen. Acht mal drei Meter groß ist das Bett der Trocknungsanlage, darunter befindet sich ein Siebboden, durch den Warmluft gelenkt wird. Die zur Feuerung verwendeten Reisspelzen sind nachwachsender Rohstoff und beinahe kostenlos zu haben. Der Ventilator wird mit einem Elektromotor betrieben, Strom über die anliegende Schule bezogen. Die Reistrocknungsanlage kann täglich bis zu 4 Tonnen Reis trocknen, das entspricht der Menge, die auf der Modellfarm an einem Tag geerntet werden kann. Wichtig ist es, den Reis unmittelbar nach der Ernte zu trocknen. Aus diesem Grund ist auch eine Überdachung gebaut worden, die auf unseren Fotos noch nicht sichtbar, inzwischen aber umgesetzt worden ist.

Die Trocknungsanlage wird in Zukunft auch den Bauern in der Umgebung gegen eine Aufwandsentschädigung zur Verfügung gestellt werden. Diese dürfen sie auch mit Reis zahlen, der dann wieder der Schulspeisung zugute kommen soll.

Die Bauern trockneten ihren Reis bisher unter der Sonne, allerdings bildeten sich dann unter den hohen Oberflächentemperaturen von über 60 °C am Korn kleine Haarrisse. Diese begünstigten Verpilzung und Schimmel. Der Reis war schlecht lagerfähig. Beim Trocknen in der Anlage entstehen keine Risse, der Reis ist gut haltbar. Auch der Kornkäfer, ein gefürchteter Lagerschädling, kann bei der Trocknung nun erfolgreich bekämpft werden: Die Modellfarm besitzt nun ein Messgerät, das den Trocknungsgrat des Reises bestimmen kann. Üblich ist, eine Restfeuchte von 14 % zu erzielen. Das war den Bauern bisher nur ungefähr möglich, weshalb oft der Kornkäfer den Reis befiel. Jetzt werden die Bauern in der idealen Lagerung von Reis geschult (post-harvest quality managment), der Lebensstandard ihrer Familien verbessert sich.

Die Kenntnisse, die Walter Zwick in Kambodscha anwendet, hat er in enger Zusammenarbeit mit dem IRRI, dem International Rice Research Institute auf den Philippinen erworben. Der Leiter der Forschung, Dr. Achim Dobermann, und der Experte Martin Gummert fördern den inhaltlichen Austausch über sachgerechten Reisanbau. Dank der fachlichen Unterstützung des Instituts konnte die für Vietnam entwickelte Trocknungsmethodik nun auf Kambodscha übertragen und dort umgesetzt werden. Auch im Hinblick auf die gute Lagerung des getrockneten Reises konnte das IRRI Hilfe anbieten. Bisher hatte die Modellfarm in Battambang mit Ratten zu kämpfen, die den Reis nicht nur fraßen, sondern auch mit ihrem Kot verunreinigten. Nun testet Walter Zwick im Reislager einen 4 Tonnen Reis fassenden Gummisack, der auf Holzstelzen steht. An ihm rutschen die Ratten ab, der Reis ist in Zukunft vor den Tieren sicher.

Wenn im Juni 2012 in Battambang die Regenzeit beginnt, werden die Bauern den Reis aussäen, der im November geerntet werden kann. Walter Zwick plant, von Oktober bis Dezember wieder auf der Modellfarm zu sein: „Dann werden wir die Trocknungsanlage mit der neuen Ernte testen und in Betrieb nehmen“, berichtet er voll Vorfreude. Auch darüber hinaus hat Walter Zwick viele Visionen und Ideen, wie den Menschen in Battambang weiter geholfen werden kann. Im Herbst 2012 hofft er, für die Modellfarm eine Reis-Schälmühle anschaffen zu können. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 3000 Euro. Zwick möchte demnächst mit der eigenen Mühle eine kostengünstige Vermahlung anbieten und damit den größten Teil des Ertrages den Bauern zuführen, was den Lebensstandard der Menschen vor Ort weiter verbessern wird.

Wenn Sie den Menschen in Battambang helfen möchten, klicken Sie bitte hier.