Ernährungssicherheit

Auf der philippinischen Insel Luzon liegt die Region Bicol. In der Region Bicol wiederum liegt die Provinz Camarines Sur. Die Region Bicol zählt zu den ärmsten Regionen auf den Philippinen und wurde schon oft von Wirbelstürmen heimgesucht. Innerhalb der Region gibt es 6 Provinzen, von denen Camarines Sur die ärmste ist. Genau dort liegt das Projekt. Die Bauern, die dort wohnen, zählen zu der ärmsten Gruppe in der philippinischen Bevölkerung. Sie sind infrastrukturell isoliert und von der Regierung im Stich gelassen. Die Menschen sind von Mangelernährung gezeichnet.

    

Es ist nötig, die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigern, dadurch die Einkommen und Ernährungslage zu verbessern und insgesamt die Menschen ihre eigenen Fähigkeiten wiederentdecken zu lassen.

Geplante Aktivitäten:

  • Bau einer Modellfarm: mittels eines Gewächshauses und Wassersystems wird ökologischer Anbau von Gemüse und Früchten gezeigt.

  • Trainings: in Führung, Management, Anbau, Kompostierung und anderen Themen, die die Bauern noch herausfinden werden.

Der Vergleich

PhilippinenDeutschland
Lebenserwartung68,7 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
25,44
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre95,4 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)318,1234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013

Entwicklung des Projektes

15.09.2014: Taifun und Hungersnot führen auf philippinischer Demo-Farm zu „Tränen, Trauer, Benommenheit“

15.09.2014

Taifun und Hungersnot führen auf philippinischer Demo-Farm zu „Tränen, Trauer, Benommenheit“

Hungersnot und Taifun führen zu verheerenden Auswirkungen auf der ökologischen Demo-Farm Bicol, Philippinen. Diese hat Stiftungsrat-Mitglied Dieter Heinen vor zwei Jahren besucht. Er war beeindruckt von der gelungenen Arbeit und dem Zusammenhalt der Menschen vor Ort. Nun erreicht uns ein erschütternder Brief von Stan Lee, der für ein Exerzitienhaus in der Nähe zuständig ist und die Farm regelmäßig besucht.

Hungersnot und Taifun führen zu verheerenden Auswirkungen auf der ökologischen Demo-Farm Bicol, Philippinen. Diese hat Stiftungs-Rat-Mitglied Dieter Heinen vor zwei Jahren besucht und war beeindruckt von der gelungenen Arbeit der Menschen vor Ort. Nun erreicht uns ein erschütternder Brief von Stan Lee, der für ein Exerzitienhaus in der Nähe zuständig ist und die Farm regelmäßig besucht:

„Ich besuchte unsere Gemeinschaft in Antipolo, einem Dorf, in dem Ureinwohner leben. Alle dortigen sieben GCL (Gemeinschaft Christlichen Lebens, Anm. d. Red.) -Mitglieder haben die Zerstörung ihrer Hausdächer und Außenmauern zu beklagen. Auf meine Frage, was sie denn am dringendsten bräuchten, antworteten sie einstimmig: das tägliche Brot. Sie haben die komplette Ernte, wie Gemüse, Bananen und Kokosbäume verloren. In erster Line brauchen sie Reis um zu überleben. Ein 50 kg Sack Reis kostet 2.200 Phil. Pesos, das entspricht in etwa 38 €.

Auch in unserer Gemeinschaft in Sta. Cruz, San Fernando gab es Verluste. Mindestens 7 Mitglieder haben ihre Häuser verloren, 10 Häuser wurden teilweise zerstört. Sie brauchen vor allem Material zum Wiederaufbau (Bambus, Nägel, etc.).
In anderen Gemeinschaften war die Zerstörung weniger dramatisch, doch die Gebiete waren bereits vor dem Taifun von einer Hungersnot heimgesucht. Viele unserer Kinder und Jugendlichen gehen nicht mehr zur Schule, weil sie nichts zu essen haben. Die Kinder kommen zu uns (ins Exerzitienhaus „Sa harong ni Lord“), angeblich, um zu spielen. Doch wenn ich sie frage, ob sie schon gegessen haben, antworten sie nicht. Ich lade sie zu Tisch und serviere ihnen Reis mit getrocknetem Fisch und ein dankbares Lächeln huscht über ihr Gesicht. Auch Erwachsene sind vom Hunger betroffen.

Unsere GCL-eigene ökologische Farm (Farm of St. Ignatius) gibt es noch, doch die Arbeit der vergangenen acht Jahre ist fast vollständig zunichte gemacht. Die Hütte unseres Verwalters wurde zerstört. Seine beiden Helfer hatten Glück, denn nur die Küche ihrer neu erbauten Hütte wurde von einem umgestürzten Baum zerstört. Unsere Verwalterin Melyn beschreibt die Situation mit den Worten Tränen, Trauer, Benommenheit. Wir haben alle drei Gewächshäuser verloren. 10 Ziegen, 5 Truthähne, 2 Gänse und alle Hühner sind ums Leben gekommen. Die Kokosbäume werden mindestens ein Jahr lang keine Früchte tragen. 15 der 700 Kokosbäume sind umgestürzt, 35 Kakaobäume wurden entwurzelt, 10 Pilibäume, alle Avocadobäume, 100 Jackfruchtbäume, 50 Guyabanos, 50 Mangobäume sind nun tot. Jetzt heißt es zunächst, die Zäune wieder zu reparieren, um die Ziegen, Gänse, Carabaos und Kühe davon abzuhalten, auch noch das restliche verbleibende Grün abzugrasen. Unsere Entschlossenheit, den ortsansässigen Bauern beim Wiederaufbau zu helfen, wird nicht durch das symbolische Fällen unserer drei riesigen Akazienbäume gebeugt werden.

Wir werden aufstehen und hoffen, denn Gott und gute Freunde sind mit uns.“

19.02.2013: Josera Mitarbeiter reist auf die Philippinen

19.02.2012

Reise auf die Philippinen

Vom 6. bis 22. Januar 2012 waren Dieter Heinen, Mitglied des Stiftungsrates der ERBACHER-STIFTUNG und seine Partnerin, Birgit Fecher, auf Reisen. Herr Heinen schreibt: "Passend zur Aussendungsbotschaft des Dreikönigstages traten wir unsere Reise zu den Philippinen an. Unser Plan war, in 17 Tagen 4 von der Stiftung unterstütze Projekte zu besuchen. Dazu mussten wir über 10.000 Kilometer und 7 Zeitzonen überwinden. 9 Flüge und 5 Schifffahrten warteten auf uns.

Vom 6. bis 22. Januar 2012 waren Dieter Heinen, Mitglied des Stiftungsrates der ERBACHER-STIFTUNG und seine Partnerin, Birgit Fecher, auf Reisen. Herr Heinen schreibt:

„Passend zur Aussendungsbotschaft des Dreikönigstages traten wir, meine Partnerin Birgit Fecher und ich, Dieter Heinen unsere Reise zu den Philippinen an. Unser Plan war in 17 Tagen 4 von der Stiftung unterstütze Projekte zu Besuchen. Dazu mussten wir über 10.000 Kilometer und 7 Zeitzonen überwinden. 9 Flüge und 5 Schifffahrten warteten auf uns.

Unsere 1. Station erreichten wir in den frühen Morgenstunden des 8. Januar. Begleitet von unserer Ansprechpartnerin vor Ort, Frau Vinarao, besuchten wir ein Dorf von Ananasbauern in den Bergen der Insel Negros. Mit Unterstützung der Stiftung wurde hier in den letzten Jahren eine Grundschule aufgebaut. Besonders stolz waren die Bäuerinnen darauf, ihre Kinder mit dem verdienten Geld aus der Ananasproduktion in die Schule schicken zu können.

In dieser Gegend hatte der letzte Taifun besonders gewütet. Wir mussten einige Flüsse mit dem Jeep durchqueren, da die Brücken zerstört waren. Auch wenn die Schäden immer nur punktuell zu sehen waren, so bekamen wir doch einen starken Eindruck über die Kraft eines Tropensturmes.

Weiter ging es nach Mindanao, der großen Insel im Süden der Philippinen.

Hier wurden wir von Patern des Salesianerordens begleitet. In einer teils abenteuerlichen Fahrt ging es über mehrere Stunden ins Bergland im Landesinneren. Die Menschen leben hier in großer Armut. Meist arbeiten sie als Erntehelfer auf den riesigen Zuckerrohrplantagen. Die Patres unterhalten hier eine Demofarm, auf der sie erkunden, was der Boden zum Aufbau einer eigenen Existenz hervorbringen kann. Dieses Wissen soll den Menschen später helfen aus dem Armutskreislauf als gering bezahlte Erntehelfer zumindest teilweise zu entkommen.

Die 3. Station führte uns nach Camarines Sur, ganz im Osten des Landes. Hier besuchten wir ebenfalls eine Demofarm. Diese wurde geleitet von Reverend Stan von der Gemeinschaft christlichen Lebens und Melyn Mabulo, die ihren Job als Lehrerin aufgegeben und sich stattdessen voll in den Dienst dieses Projektes gestellt hat. Diese Demofarm war sehr gut entwickelt und die teilnehmende Bevölkerung hatte bereits begonnen das Erlernte auch auf dem eigenen Land anzuwenden. In dem eigentlich sehr fruchtbaren Klima reicht bereits ein Viertel Hektar Land um eine Familie zu ernähren. Voraussetzung ist Bildung, die den Menschen erlaubt ihr Land nachhaltig zu bearbeiten. Für dieses Projekt hat die Stiftung die Wasserversorgung, ein Becken zur Erzeugung organischen Düngers und ein Gewächshaus finanziert. Echte Gemeinschaft erlebten wir dann bei einem in großer Runde eingenommenen Mittagessen auf der Farm. Dieses fand in wunderbarer Umgebung an einem kleinen Flüsschen und unter den üppigen Pflanzen der Farm statt (Bild).

Als letzte Station durften wir die Fischzuchtbecken vom Steyler Missionar Pater Lohrengel besichtigen. Pater Lohrengel ist bereits seit 45 Jahren auf den Philippinen und wird dort auch seinen Lebensabend verbringen, wie er mir verriet. In seiner Station werden Bauern und Fischer unterrichtet, wie man Süßwasserfische züchten kann und sie können dort auch junge Fischbrut kaufen. Hintergrund ist, dass die Küstengewässer durch Fischfangflotten leer gefischt wurden und die Fischer zur ihrer eigenen Versorgung gezwungen sind auf Süßwasserfische umzustellen.

Nach einem letzten Tag in der 20 Millionen Einwohner zählenden Metropole Manila begaben wir uns am 22. Januar auf den Rückflug. Vollgepackt mit Eindrücken eines unendlich fruchtbaren und schönen aber auch zugleich verbreitet armen Landes. Wir konnten neue Freunde gewinnen und bedanken uns bei allen Menschen vor Ort für ihre unendliche und liebevolle Herzlichkeit.

Salamat (Danke)! “