Hilfe und Zukunft für vertriebene Familien

Nach Ende der Kriegsphase in Sri Lanka konnten ab Herbst 2009 viele Familien in die zerstörten Regionen der Distrikte Kilinochchi und Mullaitivu in der Vanni-Region zurückkehren. Die Situation dort ist besonders schwierig. Dieses Gebiet ist in seiner ökonomischen Entwicklung stark zurückgeblieben. Viele Schulen, Krankenhäuser und Gesundheitszentren sind in schlechtem Zustand. Das Leben breiter Bevölkerungsschichten wird von Unter- und Mangelernährung, fehlendem Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen geprägt.

Die Rückkehrer stehen vor dem Nichts

In die völlig zerstörten Regionen der genannten Distrikte konnten bis Mitte vergangenen Jahres knapp 95.000 Menschen zurückkehren. Für viele Familien ist es nach der Rücksiedlung ein schwieriger Schritt, ihre Lebensgrundlage wieder neu aufzubauen. Die Rückkehrer stehen vor dem Nichts. Ihre Häuser sind zerstört. Der Mehrheit der zurückgekehrten Familien fehlen Baumaterialien, landwirtschaftliches Werkzeug, Saatgut etc., um ihre Häuser wiederaufzubauen, ihre Felder zu bestellen und sich wieder eine Existenzgrundlage zu schaffen. Vielen Familien ist es nicht möglich, ihren Kindern die nötigen Mittel zur Schul- und Berufsausbildung bereitzustellen. Jungen Frauen, darunter viele Witwen, fehlen berufliche Perspektiven außerhalb der Landwirtschaft. Der Bevölkerungsgruppe ist es nur bedingt möglich, Ansprüche und Recht für die Unterstützung im Wiederaufbau geltend zu machen.    

860 Familien profitieren

Die einzelnen Maßnahmen fungieren als Katalysator zum Wiederaufbau der gesamten Zielgemeinde. Die Familien gestalten selbstverantwortlich ihr Leben und ihre Existenzgrundlage. Junge Menschen, die mit dem Projekt in Kontakt stehen, engagieren sich als Freiwillige in ihren Gemeinden. Insgesamt 860 binnenvertriebene Familien profitieren von der Hilfe.

Bitte helfen auch Sie den Menschen in der Region Vanni. Klicken Sie dazu hier.

(Bildquelle: OSS/Caritas international)

Was wir bewirken

Viel konnte in den vergangenen Monaten durch die Hilfe mehrerer unterstützender Organisationen, u.a. der Erbacher-Stiftung, bereits erreicht werden:        

  • Gemeinsam mit den ersten 20 Familien konnten Brunnen in direkter Nähe ihres Hauses gebaut werden. Dort ist nun sauberes Wasser vorhanden. Die Wasserqualität ist sehr gut.
  • 50 Frauen haben die Schneiderbildung erfolgreich abgeschlossen, eine weitere Gruppe hat die Ausbildung begonnen. In Zusammenarbeit mit Dorfläden haben die Frauen ein erstes Einkommen erwirtschaftet. Das wird in den weiteren Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlage investiert und zur besseren Versorgung ihrer Familien und Kinder genutzt.
  • Besonders junge Männer wurden im Maurer- und Tischlereihandwerk ausgebildet. Sie haben jetzt einen besseren Zugang zum lokalen Arbeitsmarkt und werden auch aus der Nachbarschaft angefragt, beim Wiederaufbau zu helfen.   25 Familien erhielten Unterstützung im Anbau von Fruchtbäumen und Baumsetzlinge von Kokospalmen, Mangos, Papayas, Orangen, Guaven und anderen Nutzbäumen.
  • 20 Familien erhielten je zwei Büschel Reissetzlinge, Dünger und Werkzeug zum eigenen Anbau von Reis auf ihren Feldern.
  • An 40 Familien wurde Saatgut verteilt (für Bohnen, Gurken, Tomaten, Chili und andere lokale Gemüsesorten), das kann nun auf dem Markt verkauft werden.
  • Auch die Viehhaltung (Geflügel, Milchkühe, Ziegen) konnte unterstützt werden. Die Familien wurden in Pflege und Haltung von Nutztieren, sowieso Umgang mit Krankheiten geschult. Das Vieh gedeiht sehr gut. Viele Familien, auch in der Nachbarschaft, profitieren z.B. von der frischen Milch, die die Kinder besser ernährt. Auch die Familien, die Unterstützung im Anbau von Reis und Gemüse erhielten, berichten von guten Ernteerträgen.
  • Um die Ernährungssicherung zu gewährleisten, sind die Menschen inzwischen in Produktions- und Vermarktungsgruppen eingeteilt worden.
  • 400 Schulkinder haben Unterstützung in Form von Schulmaterialien wie Heften, Stiften, Schultasche, Schuhe erhalten.
  • An 200 Schulkinder aus besonders bedürftigen Familien, die weiter entfernt wohnen, wurden Fahrräder verteilt.

Das Projekt

LandSri Lanka
PartnerCaritas International
Zielgruppe860 binnenvertriebene Familien

Der Vergleich

Sri LankaDeutschland
Lebenserwartung74,9 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
12,24
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre91,1 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)332,7234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013