Nahrung für die Mayas von Q'eqchi

Die Bewohner des Departments Alta Verapaz sind extrem arm, die Kommunien Q'eqchi im Tal Ulpan sehr abgelegen. Im 19. Jahrhundert wurde das Land den Bewohnern geraubt und an einflussreiche Personen und europäische Einwanderer vergeben. Die indigenen Bewohner arbeiten nun als Lohnarbeiter weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Ihre Rechte werden durch die Gleichgültigkeit staatlicher Behörden nicht durchgesetzt. Besondere Ungerechtigkeit erfahren die Mayas dadurch, dass Großgrundbesitzer beginnen, Kleinstparzellen an sie zu verkaufen ohne schriftliche Verträge mit der Bedingung, weiter als Landarbeiter für sie zu arbeiten.

Hilfe mittels Agrarfond

CAFNIMA, Zentrum für Familien und misshandelte Kinder, unterstützt die indigene Bevölkerung durch die Gründung eines Agrarfonds. Er ermöglicht 150 Familien die Einführung in organischen Landbau. In Zukunft können sich diese Familien selbst versorgen und ihre Überschüsse vermarkten. Die verbesserte Ernährungssituation und organische Landwirtschaft als neue Lebensalternative sollen die Abwanderung in die Städte reduzieren.

Die ERBACHER-STIFTUNG fördert die Umsetzung des Projekts.
Folgende Maßnahmen sind erforderlich:

  • Maßnahmen, die die Bodenfruchtbarkeit erhalten (Terrassierung und Befestigung der Böden)
  • Anlage von Obst- und Gemüseplantagen
  • Kauf von Hühnern, Kälbern und Schweinen
  • Aufbau einer Biogasanlage
  • Finanzierung eines landwirtschaftlichen Beraters für organischen Landbau
  • Erstellung und Kauf von Schulungsmaterial

Das Projekt

LandGuatemala
PartnerTaten statt Worte (Deutschland) und CAFNIMA (Guatemala)
Zielgruppe150 Familien aus 8 Kommunen des Ulpan-Tales, ca. 670 Personen; indirekt wird die Situationen von 4000 Personen verbessert

Der Vergleich

GuatemalaDeutschland
Lebenserwartung71 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
324
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre78 %k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)144234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013

Entwicklung des Projektes

Weiterführendes Projekt der Landwirtschaft

Nachdem im Zuge des Projekts „Nahrung für die Mayas von Q’eqchi“ Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation getätigt wurden, wird dieses Projekt 2016 weitergeführt. Im weiteren Verlauf sollen soziale Schwachstellen gesenkt und das Einkommen der Familien gesteigert werden. Um dies zu erreichen, sind Trainings zum Thema Landwirtschaft, besonders auch für Mütter und Witwen mit Kindern, sowie Schulungen zur Nutzung von Solarenergie, geplant. Hierdurch soll die Gesundheit der Mayas verbessert und zusätzlich das Einkommen gesteigert werden. Diese Maßnahmen dienen außerdem der Gemeinschaftsförderung innerhalb der Gemeinde.

Zielsetzungen des Projekts:

  • Verbesserung des Demonstrationszentrums für Landwirtschaft
  • Kredit für 40 Ferkel und 10 Hühner, um Ausbildung der Kinder in den Familien finanzieren zu können
  • 10 Jugendliche ausbilden, damit diese ihre Gemeinde ausbilden können