Goldrausch im Amazonasgebiet

Madre de Dios, in der peruanischen Grenzregion zu Bolivien und Brasilien gelegen, zählt zu den Regionen Perus, die in den letzten Jahren am stärksten vom illegalen Goldabbau betroffen waren. Damit verbunden sind Verschmutzung und Abholzung des Regenwaldes und Zerstörung der natürlichen Flussläufe. Das Überschwemmungsrisiko ist stark angestiegen.

Der Ausbau des illegalen Bergbaus bewirkt starke Migrationsbewegungen. Die Folge sind gewalttätige Konflikte, soziale Probleme, u.a. Prostitution, Menschenhandel und Drogenkonsum.

Landwirtschaft wird nur unter Anwendung von Brandrodungen durchgeführt. Agroforstsysteme, die eine nachhaltige Nutzung des Regenwaldes ermöglichen und eine indigene Waldnutzung vorsehen, sind weitgehend unbekannt. Staatliche Institutionen nehmen ihre Funktion, den Wald zu schützen, aufgrund von Korruption oder Desinteresse nicht wahr.

Alternativen zum illegalen Goldabbau

Caritas International setzt sich mit Unterstützung der Erbacher-Stiftung für den Schutz natürlicher Ressourcen und die Entwicklung der Gemeinden in der Amazonasregion ein. Die Bevölkerung ist sehr an wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Alternativen zum illegalen Goldabbau interessiert. Alternative Anbaumethoden und Einkommensquellen durch die Weiterverarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte werden geschaffen. Schulungen und Fortbildungen klären die Bevölkerung auf und zeigen Alternativen. Landnutzungspläne werden erarbeitet und nachhaltige Agroforstsysteme entwickelt und umgesetzt. Die Bevölkerung übernimmt Verantwortung, setzt sich gegen die Umweltzerstörung ein, schützt den Regenwald und forstet auf.

Informationen finden Sie auch hier.

Stiftungsrat-Mitglied Dieter Heinen hat während einer dreiwöchigen Reise durch Peru und Bolivien das Projekt besucht (s. Foto). Hier geht's zum Reisebericht.

Das Projekt

LandPeru
PartnerCaritas International
Zielgruppe
  • ca. 400 Personen, die direkt an der landwirtschaftlichen Produktion, der Wiederaufforstung sowie der Verarbeitung und Vermarktung der Produkte beteiligt sind
  • ca. 9000 Personen, die in der Projektregion siedeln und durch Schulungsmaßnahmen erreicht werden

Der Vergleich

LandDeutschland
Lebenserwartung73,9 Jahre80,7 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren
per 1000 Lebendgeburten
18,14
Alphabetisierungsrate Erwachsene älter als 15 Jahre89,5%k.A.
Einwohnerdichte (Personen pro km²)22,9234,6

Quelle: World Bank Development Indicators, Stand Juni 2013